Internationaler Tag der Freiwilligen: Rotes Kreuz will Verbesserungen

Die Art, wie sich Freiwillige engagieren wollen, ändert sich. Um sie zu motivieren denkt das Rote Kreuz über neue Angebote nach und fordert drei konkrete Maßnahmen von der Politik.

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat der Zivilgesellschaft. Rund 46 Prozent der Österreicher sind freiwillig tätig, das sind rund 3,3 Millionen Menschen. Auch Hilfsorganisationen sind auf die zahlreichen motivierten Helfer angewiesen, um Menschen bestmöglich zu helfen. „Zum Tag der Freiwilligen am 5. Dezember ist es Zeit für ein Dankeschön“, sagt Gerald Schöpfer. Er ist Präsident und oberster Freiwilliger des Roten Kreuzes, für das sich mehr als 73.000 Menschen in ihrer Freizeit engagieren.

„Wir werden auch weiterhin wertvolle Arbeit für die Gesellschaft leisten“, sagt Schöpfer. „Dazu ist es aber nötig, die Arbeit von Freiwilligen zu fördern und ihre ehrenamtlich erworbenen Kompetenzen auch offiziell anzuerkennen.“ Konkret formuliert er drei Forderungen an die Politik.

Erstens: Die Anrechnung der Kenntnisse Freiwilliger an Hochschulen. An der Universität Linz zum Beispiel wird die Rettungssanitäter-Ausbildung bereits als Freifach im Ausmaß von vier ECTS-Punkten anerkannt. „Auch in Studien-Aufnahmeverfahren gilt es freiwilliges Engagement zu berücksichtigen: Etwa eine Mitarbeit im Rettungsdienst bei der Aufnahme zum Medizinstudium“, sagt Schöpfer. Zweitens: Die Anrechnung der Leistung Freiwilliger bei öffentlichen Vergaben. Wenn in Anträgen Eigenleistungen der Projektträger beizusteuern sind, sollen auch durch Freiwillige erbrachte Leistungen ausreichend Berücksichtigung finden. Und drittens fordert Schöpfer in allen Landeskatastrophenschutzgesetzen klar zu regeln, wer für die Lohnkosten aufkommt, wenn Freiwillige im Katastrophenfall von ihren Dienstgebern freigestellt werden, um in den Einsatz zu gehen.

Von sich aus will das Rote Kreuz in Zukunft überlegen, welche neuen Angebote für Freiwillige geschnürt werden können. „Die Zahl der Hilfsbereiten nimmt zwar zu“, sagt Schöpfer. „Aber immer mehr Menschen wollen sich nur zeitlich begrenzt engagieren, und zwar dort, wo sie ihre Fähigkeiten am besten einbringen können.“ Die beruflichen Hintergründe sind dabei ganz verschieden – vom Heilmasseur bis zur Kindergärtnerin. Auch auf dem Land aber vor allem in Städten wie Wien ist dieser Trend spürbar.

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