Trendwende beim Investitionsklima

Nach vier Jahren Rezession drehen die Erwartungen der Kärntner Unternehmer wieder vorsichtig ins Plus. Landespolitik und WK wollen aus dem „Lüfterl“ einen kräftigen Rückenwind machen.

Klagenfurt (OTS) - Eine deutliche Trendwende zeigt die mittlerweile zum neunten Mal durchgeführte Konjunkturumfrage der Wirtschaftskammer Kärnten mit knapp 800 teilnehmenden Unternehmen. Bei den Indikatoren zu Gesamtumsatz, Wirtschaftsklima und Geschäftstätigkeit ist eine klare Verbesserung der Erwartungen gegenüber der Herbstbefragung 2015 zu erkennen. WK-Präsident Jürgen Mandl: „Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen steigt signifikant; jetzt geht es darum, diesen positiven Trend in die nächsten Jahre mitzunehmen.“

Einen „fruchtbaren Dialog“ nannte Landeshauptmann Peter Kaiser die Konjunktur- und Investitionskonferenz heute Vormittag im Haus der Wirtschaft: Nach kurzen Präsentationen über die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich und in Kärnten informierten die sieben Spartenobleute der Wirtschaftskammer Kärnten in jeweils dreiminütigen Statements Landeshauptmann Kaiser, Wirtschaftslandesrat Christian Benger und Umweltlandesrat Rolf Holub über die Lage ihrer jeweiligen Branche. Kaiser: „Ich teile den Eindruck eines leichten Aufwinds: Es gibt ein erstes Lüfterl, nun soll daraus ein kräftiger Rückenwind entstehen.“

Den wird es auch brauchen, denn die Zukunft wird laut WKÖ-Wirtschaftspolitikchef Christoph Schneider „herausfordernd“: Von 190 Ländern weltweit würden 85 Prozent mit mehr als zwei Prozent jährlich wachsen. „Österreich ist nicht darunter, und mit business as usual werden wir den Vorsprung, den wir 2014 verloren haben, auch nicht zurückgewinnen.“ Die Risiken hätten zugenommen, die Ausgangslage sei durch den Brexit, die Unsicherheiten nach den Wahlen in den USA und die schwächere Dynamik der Schwellenländer wie China schwieriger geworden, analysierte Schneider: „Ausschlaggebend ist die Entwicklung der Investitionen, die in den vergangenen vier Jahren als Wachstumstreiber praktisch ausgefallen sind.“

In Kärnten zeigen die vielfältigen Maßnahmen des Landes und der Wirtschaftskammer von der bürokratischen Entlastung bis zur gezielten Investitionsförderung offenbar Wirkung: Nach dem „Tal der Tränen“ habe sich die Stimmung der Unternehmer nun wieder ins Positive gedreht, das Investitionsklima sei deutlich besser als vor einem Jahr, betonte Gerhard Genser, Leiter der Wirtschaftspolitik der WKK. Immerhin 70 Prozent der Unternehmen wollen im kommenden Jahr investieren, bei der Umfrage 2015 waren es lediglich 30 Prozent. Besonders erfreulich: Fast die Hälfte der Betriebe plant nicht Ersatz-, sondern Neuinvestitionen, davon die Mehrheit in Innovation und technischen Fortschritt. Genser: „Das Thema Digitalisierung ist in Kärnten angekommen.“

Den unternehmerischen Stimmungswandel führt LH Kaiser auch auf die Beseitigung der „permanenten Bedrohung Heta“ zurück. Er brachte seine Bereitschaft zum Ausdruck, die „berechtigten Forderungen“ der Wirtschaft aufzugreifen: Dazu zählt eine Fortsetzung des von Präsident Mandl nachhaltig eingebrachten Bürokratieabbaus ebenso wie der Breitbandausbau, der auch peripheren Gemeinden zur Verbesserung ihrer Standortqualität zugutekommen müsse. Das bereits in einigen Bereichen angewandte Bestbieterprinzip solle weiteren regionalen Anbietern Vorteil verschaffen, der Flughafen als wichtige Infrastruktureinrichtung des Landes erhalten werden; die Ausschreibung werde noch im heurigen Jahr erfolgen. Für das Logistikzentrum Fürnitz (ALPLOG) seien wesentliche Voraussetzungen gemeinsam mit den ÖBB und den Gemeinden geschaffen worden, übertriebene Hoffnungen dämpfte der Landeshauptmann: „Das wird kein Schnellschuss, ich sehe einen Gesamtzeitraum von zehn Jahren.“ Deutlich auch der Appell Kaisers für eine gemeinsame Vorgehensweise:
„Ich bin bereit, die positiven Tendenzen mit der Landesregierungskoalition zu unterstützen und qualitatives Wachstum umzusetzen auf dem Weg zur Gesellschaft 4.0.“

Auch Wirtschaftslandesrat Benger unterstrich die Bedeutung der positiven Stimmung: „Die Fakten belegen, dass die Investitionen anspringen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“ So sei es im Tourismus mit einem guten Konzept gelungen, die Investitionen anzukurbeln: „Im Kärntner Tourismus gibt es derzeit 250 Projekte – ein Viertel aller Vorhaben in Österreich – mit einem Volumen von 130 Millionen Euro.“ Umweltlandesrat Holub nannte das neue Verkehrskonzept für das Gailtal als Beispiel eines gelungenen Projekts: „Das Angebot wird verdreifacht, 28 Unternehmen werden einbezogen und neue Arbeitsplätze geschaffen. Wir haben eine ziemliche Freude mit der Zukunft, die wir gemeinsam gestalten.“

Zum Abschluss der Investitions- und Konjunkturkonferenz überreicht Präsident Mandl den Spitzen der Kärntner Regierungskoalition - laut Holub „die bunteste Regierung Österreichs“ - einen „Wirtschaftspolitischen Adventkalender“ mit den 24 wichtigsten Wünschen der heimischen Unternehmer an die Politik.

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