Audimax-Stürmung: Rechtsextreme Identitäre verurteilt

ÖH Uni Wien mit Besitzstörungsklage erfolgreich

Wien (OTS) - Die ÖH Uni Wien klagte erfolgreich die rechtsextremen Identitären auf Besitzstörung. Das Bezirksgericht verurteilt die gewaltsame Stürmung des Theaterstücks "Schutzbefohlene performen Jelineks Schutzbefohlene" im Audimax der Universität Wien. Die Verurteilten haben sich am 14. April 2016 eigenmächtig Zutritt zum Veranstaltungsort verschafft, die Bühne gestürmt, menschenfeindliche Parolen gebrüllt und Menschen und Kinder mit Kunstblut bespritzt. Das Gericht hält fest, dass sie derartige und ähnliche Störungen in Zukunft zu unterlassen haben. "Neben der Besitzstörung wurden zudem Menschen aus dem Publikum und performende Geflüchtete geschlagen, gestoßen und verletzt. Unter den Schauspieler_innen waren auch Schwangere und Kinder", erinnert Karin Stanger (GRAS) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien. Diese Körperverletzungen wurden von einigen Betroffenen auch zur Anzeige gebracht.

"Dieses Urteil bekräftigt unsere Auffassung, dass gesellschaftliche Tendenzen vor der Universität keinen Halt machen. Der Rechtsruck der österreichischen Gesellschaft zeigt sich auch an unseren Hochschulen", führt Alina Bachmayr-Heyda (VSStÖ) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien aus. Rechtsextreme Gruppierungen beanspruchen immer wieder Räumlichkeiten der Universität Wien, stören Lehrveranstaltungen und schüchtern Menschen ein. Die ÖH Uni Wien kämpft weiter dafür, dass Rechtsextremismus an der Universität kein Platz geboten wird und fordert ein Vorgehen der Universität gegen das wöchentliche Auftreten deutschnationaler Burschenschafter auf der Rampe vor dem Hauptgebäude.

Rechtsextreme Straftaten haben in jüngster Vergangenheit deutlich zugenommen und die Vernetzung rechtsextremer Gruppen scheint immer besser zu funktionieren. Auch die Kooperation zwischen der parlamentarischen rechtsextremen FPÖ und außerparlmentarischem Rechtsextremismus intensiviert sich. Zuletzt zeigte sich dies an der Person Herbert Kickl, Wahlkampfleiter von Norbert Hofer. Ende Oktober nahm er gemeinsam mit den Identitären, von denen nun 10 Mitglieder verurteilt wurden, am rechtsextremen Vernetzungstreffen "Europäisches Forum Linz" teil. "Angesichts dieser Entwicklungen ist die heute verkündete, erstmalige Verurteilung von Mitgliedern der Identitären sehr erfreulich. Die ÖH Uni Wien hat gezeigt, dass sie sich von rechtsextremer Gewalt nicht einschüchtern lässt", zeigt sich Elisabeth Weissensteiner (KSV-Lili) abschließend kämpferisch.

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