Bundestagung 2016: Sondertransport-Begleitfahrzeuge erhalten moderne Signalanlagen

Erfüllung von Verkehrsaufgaben durch Private ist bei Straßentransport-Aufsichtsorganen Vorbild in Europa

Wien (OTS) - 26.000 Sondertransport-Fahrten mit schweren Lkw werden von heimischen Straßentransport-Aufsichtsorganen und entsprechend ausgestatteten Begleitfahrzeugen mit orangen bzw. blauen Warnleuchten jährlich abgesichert. Moderne Warnleiteinrichtungen inkl. Rollendem Überholverbot gem. der 27. StVO-Novelle gewährleisten, die sonstigen Verkehrsteilnehmer gefahrlos an den Sondertransporten vorbei zu führen, berichtete KommRat Johann Fellner, Obmann der Berufsgruppe des Allgemeinen Verkehrs, bei der Bundestagung der Straßentransport-Aufsichtsorgane in Mondsee/OÖ.

Die Abschaffung des Lkw-Nacht 60ers und weitere Öffnung von Autobahnstrecken auf 80 km/h harmonisieren die Fließgeschwindigkeiten der verschiedenen Verkehrsteilnehmer. Die Verkehrssicherheit würde erhöht, weil Auffahrunfälle vermieden werden, ergänzte Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr. Er verwies auf bereits erfolgte Tempo-Umstellungen am ASFINAG Netz und forderte eine flächendeckende Abschaffung des Nacht-60ers.

Positive Rückmeldungen über die Tätigkeit der Straßentransport-Aufsichtsorgane

Straßentransport-Aufsichtsorgane, die hierzulande seit nunmehr 14 Jahren verkehrspolizeiliche Aufgaben anstelle der Polizei erfüllen, werden von den Landesregierungen für ihre Tätigkeit vereidigt. Voraussetzung ist die österreichische Staatsbürgerschaft. Die Vertreter des Innenministeriums signalisierten außerdem, dass es im Zuge einer österreichweiten Umfrage nur positive Rückmeldung über die Tätigkeit der privaten beliehenen Organe gegeben hat. Bei der Erfüllung hoheitlicher Aufgaben muss das Sicherheitsgefühl der Verkehrsteilnehmer jedoch noch weiter gestärkt werden. Dazu müssen Personal und Fuhrpark gemeinsam beitragen, so Fellner. Künftig müssen daher sämtliche Begleitfahrzeuge ausnahmslos ein österreichisches Kennzeichen besitzen. Damit sollen Unsicherheiten bei Verkehrsteilnehmern behoben werden, die entstanden sind, weil aus ausländischen Fahrzeugen heraus Anweisungen im Verkehr mit Verkehrskellen und Anhaltestäben gegeben wurden.

Zudem wird der Fuhrpark-Ausflaggung bei der Erfüllung von Aufgaben im öffentlichen Interesse Einhalt geboten. Sondertransporte, deren Zahl jährlich steigt, werden größtenteils in der Nacht auf Autobahnen abgewickelt. Sämtliche in den letzten Jahren von der Wirtschaftskammer durchgesetzte Änderungen tragen dazu bei, dass die Sicherheitsreserven im Zuge der Transportabsicherung mit privaten beliehenen Organen massiv erhöht werden konnten.

Das österreichische Privatisierungsmodell ist Vorbild in Europa. Polizei- und Unternehmensvertreter aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Triest (Friaul Julisch Venetien) berichteten bei der Bundestagung über ihre Schritte, die Polizei bei Großraum- und Schwerlasttransporten zu entlasten und private beliehene Transportbegleiter einzusetzen oder Verwaltungshelfer aus der Privatwirtschaft zu beauftragen. Nach tiefgehendem Studium des österreichischen Modells durch deutsche Behörden wurden einige Versuchsstrecken in deutschen Bundesländern eingerichtet, wo Privatpersonen, sog. Hilfspolizisten (Hipos) nach dem österreichischen Modell Sondertransporte absichern.

Wartezeiten für die Transporteure bei Transportübergaben an innerdeutschen Ländergrenzen von Polizei zu Polizei oder Zeitverluste wegen unvorhersehbarer Fahrtunterbrechungen, weil sich Polizisten verspäten oder zu Unfällen abgezogen werden, entfallen. Die Pilotversuche in Deutschland sollen bestätigen, was in Österreich seit Jahren nicht mehr vorstellbar ist. Die verlässliche Planbarkeit von Transporten spart der Industrie bzw. den Versendern übergroßer Ladungen Zeit und Geld, so Fellner.

Österreich ist der einzige Staat in Europa, in dem private Straßenaufsichtsorgane zur Gänze ohne Polizeibegleitung die Verkehrsregelung bei der Absicherung von Großraum- und Schwerlasttransporten durchführen. Österreichische Straßentransport-Aufsichtsorgane dürfen eigenverantwortlich Entscheidungen treffen und etwa in Autobahntunnels den Gegenverkehr sperren, um eine gefahrlose Passage des Transports an einer Engstelle zu ermöglichen. Fellner: „Das österreichische System hat sich seit 2003 voll bewährt. Es gab keinen einzigen Verletzten oder Verkehrstoten im Zusammenhang mit Großraum- und Schwertransporten, der von einem Begleitorgan verursacht worden wäre.“

www.sondertransporte.gv.at wird gut angenommen

Die Zahl der Sondertransporte auf den heimischen Straßen steigt. Auf der E-government-Anwendung www.sondertransporte.gv.at werden jährlich bis zu 40.000 Anträge von 1.200 inländischen und ausländischen Unternehmen gestellt.
26.000 Bescheide betreffen sog. typische Sondertransporte, bei denen auf einem Lkw bzw. Anhänger unteilbare Ladegüter auf genehmigten Streckenabschnitten befördert und die Grenzwerte bei den Abmessungen von 25 m Länge, 3,5 m Breite, 4,3 m Höhe und beim Gewicht (40 Tonnen) überschritten werden. Per Behördengenehmigung werden so z.B. Teile von Windrädern (Flügel), Silos, Fertiggaragen, Aggregate oder Boote usw. befördert. Etwa ein Drittel der Bescheide entfällt auf sog. Jahresdauergenehmigungen für Fahrzeuge wie Autokräne, landwirtschaftliche Mähdrescher, Tieflader für Baggertransporte etc. Die erlaubten Fahrzeuggrenzwerte liegen dabei unter den o.g. Werten. Die Bescheiderstellung erfolgt zu 100 Prozent über das E-Government System SOTRA. Es gibt keine Bescheide mehr in Papierform. Verschärft wurde das Kriterium der Zuverlässigkeit. Werden Auflagen missachtet oder Bescheide gefälscht, drohen dem Antragssteller sechs Monate Ausschluss aus dem elektronischen Bewilligungssystem. (PWK927/PM)

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