Neue Publikation „Denkmalpflege in Niederösterreich – Eine Rückschau auf drei Jahrzehnte“ präsentiert

LH Pröll: „Große Herausforderung“ und „große Verantwortung“

St. Pölten (OTS/NLK) - Im Festsaal von Stift Dürnstein wurde am gestrigen Dienstag die neue Publikation „Denkmalpflege in Niederösterreich – Eine Rückschau auf drei Jahrzehnte“ präsentiert. Anlass dazu gab die dreißigjährige politische Zuständigkeit für Denkmalpflege von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. „Der Erhalt und die Pflege von außergewöhnlichen Bauwerken zählt zu den Kernaufgaben der Denkmalpflege. Das Land Niederösterreich hat in den letzten 30 Jahren über 160 Millionen Euro in die Denkmalpflege Niederösterreichs investiert. Einerseits ist es eine kulturpolitische Verpflichtung, das großartige Erbe unseres Bundeslandes für kommende Generationen zu erhalten, zum anderen wollen wir diese historischen Schätze in mannigfacher Weise auch kulturell, touristisch und wirtschaftlich nutzen“, so Landeshauptmann Pröll.

Niederösterreich habe nicht nur große Denkmäler, sondern auch „viele Kleindenkmäler, die mindestens so viel Geschichte sprechen wie die großen“, betonte Landeshauptmann Pröll im Gespräch mit Moderatorin Judith Weissenböck, dass mit dem Denkmalschutz „eine große Herausforderung“ und auch „eine große Verantwortung“ verbunden sei. Bei allem, was man tue, solle man „an die denken, für die man das tue, nämlich für die nachkommenden Generationen“, so Pröll. „Für mich ist Denkmalpflege ein Privileg“, führte der Landeshauptmann aus, „dass all die Denkmäler ein Teil unseres Lebens sind“. Natürlich gebe es auch Spannungsfelder, aber dort, wo es Spannungsfelder gebe, dort gebe es auch die „Chance des Fortschritts“. Wichtig sei ein „konstruktives Miteinander, das wir in Sachen Denkmalpflege in diesem Land haben“, so Pröll.

Im Zusammenhang mit den Niederösterreichischen Landesausstellungen führte Pröll aus, dass dabei auch ein Ziel sei, dass aus den Landesausstellungen regionalpolitische Initiativen werden. So habe es etwa im Zusammenhang mit der Renovierung von Schloss Pöggstall eine „exzellente Zusammenarbeit“ gegeben, und man sei bereits in Vorbereitung für die übernächste Landesausstellung, die Arbeiten für die Revitalisierung der Kasematten und des Stadtmuseums im Ortsteil St. Peter an der Speer hätten bereits begonnen. Bei all diesen Projekten gehe es auch darum, die Nachnutzung mitzuüberlegen.

Abschließend betonte Pröll, dass man weiter auf Nachhaltigkeit setzen müsse. Grafenegg sei dafür ein schönes Beispiel, dort sei alte und neue Bausubstanz an einem Ort vorhanden und es herrsche eine „Harmonie von Kultur, Natur und Architektur“.

Herausgegeben wurde die neue Publikation „Denkmalpflege in Niederösterreich – Eine Rückschau auf drei Jahrzehnte“ von der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich gemeinsam mit dem Club Niederösterreich. Der Leiter der Kulturabteilung Mag. Hermann Dikowitsch sagte, dass der Club Niederösterreich und die Kulturabteilung seit vielen Jahren gut zusammenarbeiteten. Man habe vor kurzem eine neue Kulturstrategie verabschiedet und ein Schwerpunkt dabei sei dem kulturellen Erbe gewidmet. In Niederösterreich gebe es über 10.000 denkmalgeschützte Objekte, für die Publikation habe man 30 davon ausgewählt und versucht, damit „eine möglichst große Breite abzudecken – Sakralbauten, Burgen und Schlösser, Ensemble und Privathäuser, Welterbestätten und Kulturlandschaften und Zeugen der Geschichte“, so Dikowitsch. Theres Friewald-Hofbauer, Geschäftsführerin des Club Niederösterreich, betonte, dass dem Club Niederösterreich Kultur ein wichtiges Anliegen sei. Denkmäler seien „Zeugen der Vergangenheit, die Geschichte erzählen, die uns daran teilhaben lassen, was passiert ist in diesem Land“, sagte Friewald-Hofbauer, dass hier „mitzuhelfen, das in die Zukunft zu tragen“, eine sehr schöne Rolle des Club Niederösterreich sei.

Nach der Begrüßung durch Prälat KR Mag. Maximilian Fürnsinn, Propst des Stiftes Herzogenburg, gab es eine Gesprächsrunde: Architekt DI Harald Gnilsen, Baudirektor der Erzdiözese Wien, Architekt DI Lukas Göbl, Abt Mag. Columban Luser vom Stift Göttweig, Architektin DI Anne Mautner-Markhof und Prof. HR Dr. Barbara Neubauer, Präsidentin des Bundesdenkmalamtes, diskutierten zur Frage, ob Denkmalschutz Belastung oder Privileg ist. Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung vom Rossatzer Bläserensemble.

Das Jahr 1986, in dem Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll die Denkmalpflege als politischer Referent übernahm, war ein besonderes:
Die Neufärbung des Turmes von Stift Dürnstein in Hellblau sorgte für große öffentliche Aufmerksamkeit. Dies war mit ein Grund für den Start der Broschürenreihe „Denkmalpflege in Niederösterreich“, welche die Renovierung von Stift Dürnstein ausführlich behandelte. Mittlerweile sind über 50 Bände zu verschiedenen Themen der Denkmalpflege erschienen. Die Broschüre erscheint zwei Mal pro Jahr und kann kostenlos bei der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich bezogen werden. Heute ist der blaue Turm von Dürnstein ein beliebtes und weltberühmtes Wahrzeichen der Wachau, das genauso wie die Semmeringbahn zu den UNESCO-Welterbestätten zählt.

Was Denkmalpflege im Stande ist zu leisten, zeigen die Sanierungsprojekte der letzten Jahre, von denen fast alle Stifte des Landes umfasst werden. Dazu zählen die Restaurierung von Stift Klosterneuburg, die Generalsanierung von Stift Herzogenburg, und von Stift Altenburg, die Innenrestaurierung der Stiftskirche Zwettl und die Öffnung der Stiftsbilbiothek sowie die derzeit laufende Dachsanierung von Stift Göttweig. Im Jahr 2010 wurde die Innenrestaurierung der Wallfahrtskirche Maria Taferl fertiggestellt. Noch in Arbeit sind die Generalsanierung der Wallfahrtskirche Sonntagberg und ihrer Schatzkammer sowie die Renovierung von Stift Lilienfeld. Neben Sakralbauten zählen auch wichtige historische Bauwerke wie die Schallaburg, die Burgruine Dobra oder der Brandlhof, die nach Restaurierungen erfolgreich revitalisiert wurden und seither für Ausstellungen oder kulturelle Veranstaltungen nachgenutzt werden.

Nähere Informationen: Amt der NÖ Landesregierung – Abteilung Kunst und Kultur, Mag. Alexandre Tischer, Telefon 02742/9005-13006, e-mail alex.tischer@noel.gv.at

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