Nachhaltige Energie für alle

Entwicklungspolitische Fachtagung der Stadt Wien erörtert Handlungsbedarf

Wien (OTS/RK) - Anlässlich der diesjährigen entwicklungspolitischen Fachtagung der Stadt Wien sprachen am 28. November 2016 im Wiener Rathaus internationale ExpertInnen zu aktuellen Fragen rund um das Thema „Energie“. Der weltweite Energiebedarf wächst bis zum Jahr 2035 um mehr als 30 Prozent. Vor allem die Industrie- und Schwellenländer haben einen enormen Energiehunger. Demgegenüber stehen über eine Milliarde Menschen, die über keinen Zugang zu Strom verfügen, noch einmal so viele sind auf unzuverlässige Stromnetze angewiesen. Besonders in ländlichen Gebieten des globalen Südens gibt es einen großen Nachholbedarf an modernen, funktionierenden Energiedienstleistungen für Kochen, Heizen, Beleuchtung oder Kommunikation.

Energie ist Grundvoraussetzung

Die Verfügbarkeit von nachhaltiger Energie ist wesentlich für die Entwicklung. Auch in den UN-Entwicklungszielen wird dies im Ziel Nummer 7 festgehalten. Monika Weber-Fahr von der UN-Initiative „Sustainable energie for all“ unterstrich in ihrem Vortrag die Bedeutung von Energie als Voraussetzung für alle anderen Entwicklungssektoren, insbesondere auch für Bildung, Gesundheit und Gender. Mittlerweile ist ein positiver Trend auf dem weltweiten Energiemarkt feststellbar, denn im Jahr 2015 wurde erstmals mehr in Energieeffizienz und erneuerbare Energie investiert, als in fossile Energieträger. Die Verteilung des Energieverbrauchs ist trotzdem zwischen den reichen Ländern des Nordens und den armen Ländern des Südens höchst ungleich. So verbraucht ein Mensch in Österreich pro Kopf im Jahr 7.989 Kilowatt Strom, während es in Äthiopien nur 37 Kilowatt sind.

Erfolgsbeispiele aus Indien und Westafrika

Großes Aufsehen erzielte der Vortrag von Bunker Roy, dem Gründer und Direktor des Barefoot College in Indien. Im Rahmen dieser Initiative werden Frauen in ländlichen Regionen, die weder lesen noch schreiben können, in sechsmonatigen Trainingskursen zu Solar-Ingenieurinnen ausgebildet. Nur durch praktisches Training und selbstständiger Wiederholung der Arbeitsschritte erlernen die Frauen Fähigkeiten, die in ihren Dörfern solarbetriebenes Kochen, Beleuchtung und sogar Schweißen ermöglichen. In abgelegenen Siedlungen kann somit erstmalig auch Telekommunikation bzw. die Verwendung von kostengünstigen Laptops in Schulen erfolgen. Dieser alternative Ansatz ist mittlerweile ein globaler Erfolg, denn auch in afrikanischen Ländern werden Frauen in der Handhabung von Solarpanelen geschult. Der Direktor des „Westafrikanischen Zentrums für nachhaltige Energie“, Mahama Kappiah, stellte in seinem Referat den ambitionierten Plan der westafrikanischen Saatengemeinschaft ECOWAS vor, den Energieverbrauch in der Region trotz steigender Bevölkerungszahlen und wachsenden Bedarfs auf nachhaltige Energieträger wie Biomasse, Wasser, Solar und Wind umzustellen. (Schluss)

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Bernhard Bouzek
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