39. Raiffeisen Sicherheitsverdienstpreis 2016 für Wien

Raiffeisen NÖ-Wien ehrte 44 engagierte Wiener ExekutivbeamtInnen

Wien (OTS) - Bereits zum 39. Mal wurde am Montagabend (28.11.2016) im Raiffeisen Forum der Sicherheitsverdienstpreis an besonders engagierte Wiener PolizeibeamtInnen verliehen. Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien) ehrte fünf besonders herausragende Teams für ihre beherzten Einsätze im Dienst der öffentlichen Sicherheit. Im Rahmen der Veranstaltung wurden so insgesamt 43 Mitarbeiter der Wiener Polizei mit diesem traditionsreichen Preis ausgezeichnet. Ein weiterer Beamter erhielt die Josef Holaubek Medaille, mit der Wiener PolizistInnen ausgezeichnet werden, die sich bei einem Einsatz verletzt haben. Die Medaille wurde heuer zum achten Mal verliehen.

„Die Arbeit der Exekutive ist für das gemeinsame Zusammenleben und das allgemeine Gemeinwohl essentiell. Dass die Polizeibeamtinnen und -Beamten hervorragende Arbeit leisten, spiegelt sich unter anderem auch in der hohen Lebensqualität Wiens wider“, unterstrich GD Stv. Georg Kraft-Kinz, RLB NÖ-Wien, die Bedeutung der Polizeiarbeit anlässlich der Verleihung. Für ihn ist der Sicherheitsverdienstpreis auch eine Gelegenheit, die Wertschätzung für die Wiener Polizei auszudrücken: „Mit diesem bereits traditionellen Preis können wir uns einmal im Jahr bei den Polizistinnen und Polizisten für ihren täglichen Einsatz bedanken.“

Große Wertschätzung für die Arbeit der Wiener Polizei brachte auch der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, zum Ausdruck. Er bedankte sich bei den anwesenden PreisträgerInnen für ihr großes Engagement: „Wir alle wissen, dass die Idee zu einem Projekt nur der erste Schritt ist. Ein bemerkenswerter Erfolg wird es immer erst dann, wenn sich die Menschen, die die Idee umsetzen, mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrer Überzeugung dafür einsetzen.“ Gemeinsam mit Kraft-Kinz und Kogler ehrte Polizeipräsident Gerhard Pürstl die MitarbeiterInnen der Wiener Polizei. „Der Sicherheitsverdienstpreis bietet eine hervorragende Möglichkeit, um Dank und Anerkennung für tolle Teamleistungen an Kolleginnen und Kollegen auszusprechen. Die Auszeichnung zeigt auch die erfolgreiche Sicherheitspartnerschaft mit der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien“.

Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität in der U6

Eine Neuerung im Strafrechtsänderungsgesetz Anfang des Jahres erschwerte das Vorgehen gegen Drogendealer erheblich, da ihnen die Gewerbsmäßigkeit viel schwieriger nachzuweisen war. Aufgrund dessen wuchs die Suchtmittelszene schlagartig an – besonders im Gürtelbereich und den U6 Stationen Thaliastraße und Josefstädter Straße. Das Sicherheitsgefühl der Anrainer und Benützer der U6 wurde dadurch deutlich herabgesetzt. Mit 1. Juni 2016 wurde das Suchtmittelgesetz neu definiert und die Arbeit der Exekutive damit erleichtert. Laufende Schwerpunktaktionen gegen den Drogenhandel im öffentlichen Raum wurden gesetzt. Bereits nach wenigen Tagen zeigten diese ihre Wirkung. Der Drogenhandel im öffentlichen Raum konnte massiv zurückgedrängt werden. Zwischen 1. Juni 2016 und 9. November 2016 konnten insgesamt 564 Personen festgenommen und 390 davon in die Justizanstalt überstellt werden. Eine große Menge Suchtmittel (Marihuana, Heroin, Kokain, Cannabisharz etc.) und Bargeld konnten sichergestellt werden. Die massive Polizeipräsenz und das Zusammenwirken der verschiedenen Organisationseinheiten der Landespolizeidirektion Wien führten zur Eindämmung des offenen Drogenhandels. Dadurch wird wieder das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in den betroffenen Bereichen erhöht.

Die ausgezeichneten MitarbeiterInnen: Chefinspektor Franz TERLECKI, Abteilungsinspektor Martin EGGENBERGER, Kontrollinspektor Erich WIESINGER, Bezirksinspektor Christian HOLECEK, Bezirksinspektor Philipp HORVATH, Bezirksinspektor Stefan HOFBAUER, Bezirksinspektor Patrik BAUMROCK, Revierinspektor Martin MACOR, Bezirksinspektor Andreas TULLER, Revierinspektorin Kerstin OHRNER, Abteilungsinspektor Siegfried LACHNER, Bezirksinspektor Gerald BARAN.

Höhere Aufklärungsquote durch Spurensicherung der TOP-Teams

Bei der Aufklärung von Kriminalfällen wird ein besonderer Fokus auf die Tatortarbeit gelegt. Denn je mehr Spuren gesichert werden können, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Straftat auch aufgeklärt wird. So ist man auch bei der Wiener Polizei davon überzeugt, dass durch professionelle Spurensicherung eine höhere Aufklärungsquote erreicht werden kann. Daher wurde ein Konzept ausgearbeitet, um die Tatortarbeit nachhaltig verbessern zu können. So entstanden in weiterer Folge die TOP-Teams (Tatort-Opfer-Teams), die mittlerweile seit 1. Mai 2010 im Einsatz sind. Anfangs war es noch ein Pilotprojekt, das ausschließlich in den Landeskriminalamt-Außenstellen Mitte und Nord eingeführt wurde. Aufgrund der positiven Erfahrungen wurden die TOP-Teams dann am 1. April 2012 auf ganz Wien ausgedehnt. Der Erfolg des Projekts lässt sich anhand der Kriminalstatistik 2015 verdeutlichen: Denn die Aufklärungsquote in Wien erreichte demnach einen Spitzenwert von 37,9 Prozent. Im Vergleich dazu lag die Quote im Kalenderjahr 2008/2009 noch bei 28,1 Prozent. Auch die Opferinformation konnte im Rahmen des Projekts stark verbessert werden. Die TOP-Teams werden zentral geleitet und führen daher zusätzlich auch zu einer Entlastung der Polizeiinspektionen und den von dort betriebenen Sektorstreifen.

Die ausgezeichneten Mitarbeiter des Landeskriminalamts Assistenzdienst: Oberst Wolfgang HAUPT, Oberstleutnant Martin ROUDNY, Oberstleutnant Gerhard MOHR, Chefinspektor Herbert WENDL, Chefinspektor Robert WÜHL, Chefinspektor Herbert FEYERL, Chefinspektor Erwin PAYER, Chefinspektor Herbert WIDERNA, Amtsdirektor Regierungsrat Erich MÜLLNER.

Fahndungsabfrage neu

Im September 2012 wurden die beiden Organisationseinheiten der Gemeinde Wien „Kurzparkzonen-Überwachungsgruppe“ und „Parkraumüberwachungsgruppe“ zusammengelegt und bei der Landespolizeidirektion Wien eingegliedert. Das war der Grundstein für die Einleitung einer neuen Ära in der Landesverkehrsabteilung. Denn kurz nach der Zusammenlegung der beiden Einheiten wurde die Idee geboren, die Kennzeichen beanstandeter und abgefragter Kraftfahrzeuge auch polizeilich zu nutzen – sie sollten einer Fahndungsabfrage unterzogen werden. Am 20. Februar 2014 wurde diese Idee umgesetzt.

Die Zahlen des Projekts sprechen für sich (Stand: 19.09.2016):

  • Auffindung von Fahrzeugen mit abgelaufener Haftpflichtversicherung – Aufhebung der Zulassung: 5.696 Kennzeichenabnahmen
  • Auffindung von 533 gestohlenen Fahrzeugen
  • Auffindung von 465 gestohlenen Kennzeichen
  • Auffindung von 1.082 Fahrzeugen nach denen kriminalpolizeilich gefahndet wurde

Die ausgezeichneten MitarbeiterInnen der Landesverkehrsabteilung / Parkraumüberwachung mit dem Büro für Grundsatz und Rechtsangelegenheiten: Oberst Wolfgang SCHERERBAUER, Chefinspektor Johann BRIEGL, Hofrätin Mag. Brigitte NEDBAL-BURES.

Internationaler Suchtmittelring gesprengt

Die Landeskriminalamt Außenstelle Mitte erzielte große Erfolge bei der Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität. In der Zeit von Ende 2009 bis 2016 konnten insgesamt 370 Festnahmen im Inland und 80 Festnahmen im Ausland durchgeführt werden. Derzeit bestehen noch über 30 nationale und europäische Festnahmeanordnungen. Im Zuge der Ermittlungen konnten auch weitere Straftaten, wie mehrere Raubüberfälle, zahlreiche Einbrüche und auch eine Entführung, geklärt werden. Auch die Aufklärung der größten Bankraubserie Österreichs – 26 Raubüberfälle durch die „Moneymaker-Bande“ – fand ihren Ursprung in den Ermittlungsarbeiten der LKA Außenstelle Mitte.

Die Sicherstellungen:

Im Inland

  • 151 Kilogramm Marihuana
  • 67 Kilogramm Heroin
  • 100 Kilogramm Streckmittel
  • 3,7 Kilogramm Kokain
  • 7,3 Kilogramm Amphetamine
  • 11.200 Stück XTC
  • 221.000 Euro sowie 2000 US-Dollar

Im Ausland

  • 29,5 Kilogramm Heroin
  • 5,2 Kilogramm Kokain
  • 5.962 Kilogramm Streckmittel
  • 4.400 Kilogramm pharmazeutisches Rohmaterial
  • 63.000 Euro und 900 US-Dollar

Die ausgezeichneten Mitarbeiter des Landeskriminalamts Außenstelle Mitte: Chefinspektor Rudolf PRIMIK, Abteilungsinspektor Rudolf STELZER, Bezirksinspektor Andreas KOSNAR, Bezirksinspektor Franz BISCHOF, Revierinspektor Ersen ZARARSIZ.

Refugee Contact Officers

Das Projekt „RCO“ (Refugee Contact Officers) wurde gegründet, um die sicherheitspolizeiliche und präventive Betreuung von Flüchtlingseinrichtungen bestmöglich garantieren zu können. Die Beamten des öffentlichen Sicherheitsdienstes haben sich dieser Aufgabe gestellt, die durch die weltpolitische Situation und die Flüchtlingsbewegungen eine gesellschaftliche Herausforderung geworden ist. Im Rahmen ihrer Tätigkeit unterstützen sie die Betreuer von Großflüchtlingsunterkünften in Bereichen der Vernetzung mit benachbarten Hilfseinrichtungen und der Bevölkerung, der Präventionsarbeit und der Unterstützung bei polizeilichen Interventionen oder der Erarbeitung und Unterstützung von Projekten (z.B. Verkehrserziehung).

Die ausgezeichneten MitarbeiterInnen: Oberst Friedrich KOVAR, Gruppeninspektor Reinhard SCHNEIDER, Revierinspektor Ewald WIDI, Gruppeninspektor Hubert SEIDL, Gruppeninspektor Franz STREYC, Chefinspektor Richard PANOZZO, Gruppeninspektorin Angelika WIND, Revierinspektorin Patricia HUBER, Kontrollinspektor Manfred KAMMERER, Kontrollinspektor Werner SCHWEIGER, Gruppeninspektor Adolf WAGNER, Gruppeninspektor Rudolf GREUL, Chefinspektor Karl PÖSCHL, Kontrollinspektor Christian RUDOLF.

Josef Holaubek Medaille 2016

Beamte der Exekutive setzen Tag für Tag ihre persönliche Sicherheit und auch ihr Leben ein, damit andere Menschen nicht zu Schaden kommen. Mit der Josef Holaubek Medaille werden Mitarbeiter der Wiener Polizei ausgezeichnet, die im Rahmen eines Einsatzes verletzt worden sind. 2016 ging die Medaille an Inspektor Marcus Guttmann vom Stadtpolizeikommando Fünfhaus, der im Zuge eines Einsatzes zweimal angeschossen wurde.

Ein bewaffneter Täter überfiel Anfang Juli, abends, einen Supermarkt in der Hütteldorfer Straße. Dabei schoss er kaltblütig auf die sich nähernden Polizisten. Inspektor Marcus Guttmann wurde im Hüftbereich und am linken Oberschenkel, sein 23 Jahre alter Kollege Daniel S. wurde am Kopf getroffen. Daniel S. erlag wenige Tage später seiner schweren Verletzung.

Ungeachtet der enormen psychischen und physischen Belastung, die dieser Einsatz für Inspektor Gutmann mit sich brachte, und trotz der über Monate andauernden Rehabilitationsphase, war es immer sein Ziel, wieder als Polizist zu arbeiten. Seit Anfang November ist Inspektor Guttmann wieder voll dienstfähig.

Hinweis für die Redaktionen: Fotos der PreisträgerInnen werden gerne honorarfrei zur Verfügung gestellt. Mail an:
katharina.wallner@raiffeisenbank.at

Rückfragen & Kontakt:

Landespolizeidirektion Wien, Öffentlichkeitsarbeit, Kontrollinspektorin Michaela Rossmann, Tel: +43-(0)1-31310-72117, michaela.rossmann@polizei.gv.at

Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Öffentlichkeitsarbeit, Mag. (FH) Katharina Wallner, Tel.: 05/1700-93005, katharina.wallner@raiffeisenbank.at

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