Mückstein zu Krankenhausinfektionen: Daten zugänglich machen

Grüne: Verbesserung der PatientInnen-Sicherheit durch Transparenz

Wien (OTS) - „Es gibt leider keine gesicherten Zahlen über die tatsächliche Anzahl an Krankenhausinfektionen in Österreich. Ich fordere die Gesundheitsministerin auf, keine wertvolle Zeit verstreichen zu lassen, sondern rasch eine verpflichtende Erhebung und Veröffentlichung dieser Daten in die Wege zu leiten“, betont Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen.

Wie heute im Ö1 Morgenjournal berichtet, hat das „Nationale Referenzzentrum für nosokomiale Infektionen und Antibiotikaresistenz“ in Linz bekanntgegebenen, dass 5,3 Prozent der KrankenhauspatientInnen von nosokomialen Infektionen betroffenen sind. Dabei handelt es sich um Infektionen, die im Zuge eines Aufenthalts oder einer Behandlung in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung auftreten. „Leider wissen wir in Österreich nicht, wie viele Menschen an den Folgen dieser Krankenhausinfektionen jährlich sterben“, gibt Mückstein zu bedenken.

In Europa geht man laut einer Studie des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle von 91.000 Todesfällen jährlich aus. Die Website kliniksuche.at wird vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen betrieben. „Diese könnte rasch um den Bereich Krankenhausinfektionen ausgebaut werden, sodass sich die PatientInnen ein Bild über das Risiko machen können, wenn sie einen Eingriff in einem Krankenhaus planen. Zudem erhöht die Veröffentlichung solcher Qualitätsdaten den Druck auf die Spitäler, in den Bereichen der Krankenhaushygiene, Infektionskontrolle und –prävention mehr zu investieren. Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der PatientInnen-Sicherheit“, führt Mückstein aus.

Es gibt bereits sehr gute Praxis-Beispiele, wie mit der Veröffentlichung von Qualitätsdaten im Bereich der Krankenhausinfektionen verantwortungsvoll umgegangen werden kann: Das schweizerische Protal ANQ (www.anq.ch/messergebnisse/) veröffentlicht beispielsweise aufbereitete Daten über postoperative Wundinfektionen. Und in Großbritannien können Daten über MRSA-Infektionen einzelner Krankenhäuser abgerufen werden.

„Die Daten müssen für die Menschen verständlich interpretiert abrufbar sein, sodass sowohl die PatientInnen als auch die Spitalsbetreibenden einen Nutzen daraus ziehen können. Damit bis 2018 zu warten, halte ich für verantwortungslos, weil wir dringend Fortschritte in den Bereichen Krankenhausinfektionen und Antibiotikaresistenz brauchen“, ist Eva Mückstein überzeugt.

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