IWO-Symposium: Energiestrategien auf dem Prüfstand

Hitzige Debatte um die Zukunft der Raumwärme

Wien (OTS) - Wie können bezahlbare Energie, Umweltinteressen und Versorgungssicherheit im Raumwärmebereich unter einen Hut gebracht werden? Darüber diskutierten fünf Experten aus Wissenschaft, Industrie, Kommunalwirtschaft und Energiesektor beim Symposium des IWO-Österreich in Wien. Einig waren sich die Referenten, dass die Emissionen im Raumwärmebereich gesenkt werden müssen. Gänzlich unterschiedliche Ansichten vertraten die Diskutanten allerdings bei der Frage, wie es dazu kommen soll.

Die Pariser Klimaziele umsetzen und zugleich nicht auf die Interessen der Verbraucher zu vergessen – das ist keine leichte Aufgabe. Genau diese Vereinbarkeit von bezahlbarer Energie, Umweltinteressen und Versorgungssicherheit stand im Mittelpunkt des Geschehens des diesjährigen Symposiums des IWO-Österreich am 19. Oktober. Unter der Moderation von Günther Strobl, Energieexperte bei DerStandard, wurde im Hotel Park Hyatt Vienna in der Wiener Innenstadt zum Thema „Energiestrategien für die Zukunft: Ökologisierung – Wirtschaftlichkeit – Leistbarkeit“ diskutiert.

„Großbaustelle Klima- und Energiestrategie“

Angela Köppl, Umweltökonomin am WIFO, plädierte im Eingangsstatement für eine grundlegende Transformation des Energiesystems, ohne der die Pariser Klimaziele nicht erreichbar seien. Köppl fordert dazu auf, das gesamte Energiesystem aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Sie ist überzeugt, dass wir uns mitten in einem Transformationsprozess hin zu einer emissionsarmen Gesellschaft und Wirtschaft befinden. Wir müssen uns bewusst sein, dass heutige Entscheidungen für neue Infrastruktur für Jahrzehnte nachwirken, so die Forscherin.

Wolfgang Ernst, Energieökonom in der OMV AG, sprach von der „Großbaustelle Energie- und Klimastrategie“. Für ihn stehen Energiestrategien im Spannungsfeld zwischen Kundenwunsch, Wettbewerb, Innovation und Politik. Neben Bestrebungen zur Ökologisierung gäbe es noch viele weitere Aspekte zu berücksichtigen: Dabei seien einerseits Leistbarkeit und Wahlfreiheit legitime Interessen der Kunden. Andererseits müsse der Energiemarkt auch den Regeln von Angebot und Nachfrage folgen. Derzeit herrsche laut Ernst jedoch ein regelrechter Wettlauf um Subventionen.

Innovation, Subventionen und Steuern im Fokus der Debatte

Dieter Drexel, Energie- und Umweltexperte der Industriellenvereinigung, sieht die Transformation des Energiesystems als wirtschaftliche Chance. Die Dekarbonisierung sei eine große Herausforderung, die Industrie bekenne sich jedoch zum Ziel einer effizienten und nachhaltigen Energieversorgung. Statt Subventionen müsse der Fokus jedoch auf Innovation gelegt werden, so Drexel. Dafür brauche es aber auch eine höhere Dotierung für Forschung in diesem Bereich.
Peter Püspök, Präsident des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreich, sagte, es brauche größere Anstrengungen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Leider sei die Dringlichkeit dieser Frage noch nicht in den Köpfen der Bevölkerung angekommen. Ein wirksames Instrument zur Reduzierung der Emissionen sieht Püspök in steuerlichen Maßnahmen. Anders könnten die Pariser Klimaziele seiner Meinung nach nicht eingehalten werden.

Zukunft der Raumwärme: Effizienz, Innovation und Integration

Franz Mair, der beim Land Salzburg in der Abteilung Energie tätig ist, referierte über die Umsetzung der Vorgaben der EU bei der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Das Land Salzburg hat sich noch ambitioniertere Klima- und Energieziele gesetzt: Bis 2040 soll Raumwärme gänzlich aus erneuerbaren Energieträgern oder durch Fernwärme erzeugt werden. Pläne, die Wolfgang Ernst von der OMV für unrealistisch hält. Es brauche viel mehr einen intelligenten Energiemix, der die Vorteile aller Heizsysteme kombiniert. Durch Energieeffizienz könne sehr viel erreicht werden – auch der Tausch alter Ölkessel ist in diesem Sinne eine wichtige Maßnahme. Ernst verweist auch auf den Trend unter vielen Häuslbauer und -sanierer, mehrere Energieträger für die Erzeugung der Raumwärme zu nutzen:
Innovative Technologien und die Integration verschiedener Heizformen würden es möglich machen.

Martin Reichard, Geschäftsführer IWO-Österreich, bedankte sich im Schlussstatement bei den Diskutanten und den etwa 100 Gästen für die rege Debatte: „Energiethemen sind und bleiben umstritten, das wurde uns heute wieder einmal bestätigt.“ Er ist überzeugt davon, dass der Schlüssel für die Zukunft der Energieversorgung nur in einem intelligenten Zusammenwirken verschiedenerer Heizformen liegen kann:
„Neben Effizienzmaßnahmen wie dem Ölheizungstausch und der technologischen Weiterentwicklung braucht es vor allem die Kombination der Vorteile aller Heizformen. Vorzüge wie die hohe Energiedichte und die Speicherbarkeit sprechen dabei eindeutig für die Ölheizung. So können wir die Emissionen senken, die Versorgungssicherheit garantieren und den Österreichern leistbare Wärme anbieten.“

Über das IWO

Das IWO-Österreich (Institut für Wärme- und Oeltechnik) ist ein als Verein organisiertes Kompetenzzentrum für Heizfragen und versteht sich als zentrale Informations- und Beratungseinrichtung der österreichischen Mineralölwirtschaft. Mitglieder des IWO-Österreich sind zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Mineralölindustrie, Energiehandel, Kesselindustrie, Installationsunternehmen, Wirtschaftskammern, Kamin- und Tankfirmen.

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