Grüne verstehen Digitalen Wandel als Chance – und verstärken Fokus auf die Herausforderungen

Lichtenecker diskutierte mit UnternehmerInnen, ExpertInnen und WissenschafterInnen über Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung

Wien (OTS) - „Die Digitalisierung und Vernetzung nimmt rasant an Tempo zu und verändert unsere Arbeits-, Wirtschafts- und Lebenswelten. Der Digitale Wandel wird zur großen Herausforderung aber auch Chance“, stellte Ruperta Lichtenecker, Sprecherin für Wirtschaft, Forschung, Technologie und Innovation der Grünen, am Dienstag auf der Enquete „Digitale (R)Evolution – Chancen und Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft“ im Parlament fest.

Jetzt gilt es das Digitale Zeitalter aktiv zu gestalten mit neuen Schwerpunktsetzungen im Bereich Bildung, Forschung, Infrastruktur, Wirtschaft, rechtliche Rahmenbedingungen bis hin zur Modernisierung des Steuersystems. Dem pflichteten auch die TeilnehmerInnen der Enquete bei:

Dr. Peter Schwab, Mitglied im Vorstand der voestalpine: „Menschen sind künftig nicht mehr so sehr Bediener von Maschinen, sondern werden zu Steuernden von Prozessen. Hierzu gibt es jetzt schon zahlreiche Beispiele in der voestalpine. Entsprechend braucht es in Österreich eine Anpassung der Rahmenbedingungen, damit eine Innovationskultur geschaffen wird. Denn neue Technologien sind Treiber des Wirtschaftswachstums. Diese Rahmenbedingungen umfassen u.a. eine Deregulierung sowie eine umfangreiche Bildungsreform.“

Dr. Martin Kocher, Direktor des IHS: „Innovationen haben in der Vergangenheit niemals zu einer dauerhaften Reduzierung der Arbeitsnachfrage geführt. Es gibt aber Hinweise darauf, dass es dieses Mal anders ist. Jobs im höchsten Skill-Segment und im untersten Skill-Segment wachsen, die Mitte bricht weg. Erfahrungen aus der Geschichte zeigen aber, dass ein zu starker staatlicher Eingriff zu negativen Folgen führen kann. Speziell im Bildungs- und Forschungsbereich muss die öffentliche Hand aber unbedingt große Projekte in Angriff nehmen.“

Dr. Walter Peissl, stv. Dir. Institut für Technikfolgen-Abschätzung an der Österr. Akademie der Wissenschaften: „Wesentliche Voraussetzung zur positiven Gestaltung des digitalen Wandels sind Investitionen in Bildung und Qualifizierung, eine Forschungsförderung, die sich neben den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern auch speziell der Sozial- und Geisteswissenschaft annimmt, sowie ein gesellschaftliches Klima von Offenheit, Partizipation und Diversität.“

Mag. Andreas Krisch, GF mksult GmbH: „Digitale Systeme verlangen von uns Menschen sehr viel Vertrauen. Wir müssen uns buchstäblich blind darauf verlassen können, dass deren Aktivitäten im Einklang mit unseren Wünschen, Bedürfnissen und auch Grundrechten stehen. Dieses Vertrauen ist derzeit nicht vorhanden. Die Überwindung dieser Vertrauenskrise ist eine unverzichtbare Voraussetzung für ein Gelingen des Digitalen Wandels.“

Dr. Monika Henzinger, Leiterin Forschungsgruppe Theorie und Anwendungen von Algorithmen, Uni Wien: „Einerseits sehe ich bei einigen Mitbürgern einen völlig unbeschwerten Umgang mit privaten Informationen, die im Internet preisgegeben werden, andererseits erlebe ich aber auch eine Überreaktion, die bei jedweder Art von Datensammlung sofort den Datenschutz verletzt sieht. Um die Gesellschaft voranzubringen, plädiere ich für ein Unterrichtsfach Informatik für Jugendliche.“

Die Digitalisierung wird neue Arbeitsplätze mit höherer Qualität schaffen. Die Chancen des digitalen Wandels müssen aber auch Kleinst-, Klein- und Mittlere Unternehmen (KMUs und EPUs) erreichen. „Durch Spezialisierung z.B. auch bei der Softwareentwicklung oder auch durch Innovationen im Zuge der Digitalisierung im Bereich Umwelttechnik können Unternehmen im internationalen Wettbewerb punkten: Die heimischen Unternehmen wären bei Innovationen vorne dabei und können einen first-mover-advantage lukrieren und neue Exportchancen sichern und Arbeitsplätze schaffen“, betont Lichtenecker.

Ehrlicherweise werden nicht alle gleich von der Digitalisierung profitieren können. Was für die einen die Chancen darstellen, sind für die anderen – insbesondere gering qualifizierte Beschäftigte – ein Risiko. Lichtenecker: „Verantwortung heißt jetzt auf Bildung, Weiterbildung und Umschulung zu setzen und auch dafür Sorge zu tragen, dass alle von Innovation und Modernisierung profitieren können und Rahmenbedingungen so gestaltet sind, dass langfristig für alle Chancen und Zukunftsperspektiven gesichert werden.

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