Pein: Einheitswert-Reform sichert bewährtes System für Zukunft

Besteuerung nach Verkehrswert wäre Besteuerung von bäuerlicher Substanz

Wien (OTS) - "Einheitswerte und die Einkommensteuerpauschalierung sind Eckpfeiler der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer land-und forstwirtschaftlichen Betriebe. Die bisherigen Einheitswerte aus 1988 waren nicht mehr aktuell und wurden nicht mehr als Besteuerungsgrundlage akzeptiert. Daher wurde die Einheitswert-Hauptfeststellung 2014 durchgeführt, um den Einheitswert für die Zukunft abzusichern. Ohne diese Reform wäre es zu einer Besteuerung auf Basis von Verkehrswerten gekommen, was für die ohnehin schwer unter Druck stehenden bäuerlichen Betriebe existenzbedrohend gewesen wäre. Mit der Reform wurde sichergestellt, dass auch in Hinkunft der Einheitswert, also der Ertrag und nicht der Verkehrswert von Acker, Grünland oder Forst, als Steuergrundlage dient." Dies erklärte heute Maria Pein, Vorsitzende des Ausschusses für Rechts-, Steuer- und Sozialpolitik der LK Österreich sowie Vizepräsidentin der LK Steiermark.

Keine Substanzbesteuerung

"Basis einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft ist das bäuerliche Eigentum. Jede Steuer oder Abgabe, die nicht auf dem Ertrag, sondern auf dem Verkaufswert der agrarischen Grundstücke aufbaut, ist eine Form der Substanz-Besteuerung und wird von uns strikt abgelehnt. Für die Bauern ist Grund und Boden nicht Selbstzweck, sondern Grundlage ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit. Die bäuerliche Landwirtschaft in Österreich definiert sich nicht über den Verkauf von Äckern, Wiesen oder Wäldern, sondern über deren nachhaltige Bewirtschaftung. Deshalb ist das Einheitswertsystem für uns so wichtig und deshalb haben wir es reformiert, um es weiterhin anwenden zu können. Denn es ist Basis für eine ganze Reihe von Steuern und Abgaben", so Pein.

Druck auf Landwirtschaft

"Der Druck auf die bäuerliche Landwirtschaft wird in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen. Wachsende Volatilität der Agrarmärkte, stärker werdender Einfluss des Klimawandels, weniger EU-Finanzmittel in der laufenden Periode, Konzentration auf der Lieferantenseite, zunehmender Preisdruck auf der Abnehmerseite sowie unverändert hohe Kosten für Vorleistungen, wie Energie, Düngemittel, Treibstoff etc., wirken sich in Summe gesehen negativ auf die Einkommen der Betriebe aus, wie der viermalige Einkommensrückgang zeigt. In einer solchen Situation brauchen die Betriebe mit den Einheitswerten beziehungsweise der Pauschalierung eine stabile Basis der Besteuerung", erklärte Pein.
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