Missbrauch: Bundespräsident ehrt Klasnic-Kommission

Fischer: Unabhängige Opferschutzkommission hat "Pionierarbeit" geleistet und wurde zum Vorbild für Gebietskörperschaften

Wien (KAP) - Bundespräsident Heinz Fischer hat die Verdienste der Unabhängigen Opferschutzkommission in der Aufarbeitung von Missbrauch und Gewalt im kirchlichen Bereich gewürdigt. Anlass dafür war eine Ordensverleihung am Freitag an jene Mitglieder der Klasnic-Kommission, die noch keine Bundesauszeichnungen hatten. Im Beisein von Kardinal Christoph Schönborn erhielten der Publizist Hubert Feichtlbauer und der Gerichtspsychiater Prof. Reinhard Haller das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Die Richterin Caroline List wurde mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik ausgezeichnet, ebenso die Büroleiterin der Opferschutzanwaltschaft, Brigitte Dörr.

Bei der Feierlichkeit in der Hofburg unterstrich der Bundespräsident das idealistische, zivilgesellschaftliche Engagement der gesamten Kommission, die sich eines sehr wichtigen und schwierigen Themas angenommen habe. Die Unabhängige Opferschutzkommission habe "Pionierarbeit" für Bund und Länder geleistet, so Fischer. So hätten in der Folge die österreichischen Gebietskörperschaften das von der Kommission entwickelte Modell von Hilfszahlungen und Therapien abhängig von der Schwere des Falles "übernommen".

Waltraud Klasnic führte als Vorsitzende der Kommission aus, dass in den vergangenen sechs Jahren für über 1.600 Betroffene von Missbrauch und Gewalt im Bereich der katholischen Kirche Österreichs Entscheidungen getroffen und meist finanzielle und therapeutische Hilfestellungen in der Höhe von über 22 Millionen Euro zugesprochen werden konnten. Die Opferschutzanwältin unterstrich, dass es "keinen Schlussstrich" geben könne, dass die Bewusstseinsbildung weitergehen müsse und neben der Hilfe für die Betroffenen insbesondere die Prävention im Vordergrund stehen müsse. Klasnic sprach sich in diesem Zusammenhang wiederum für eine gemeinsame Veranstaltung von Staat und Kirche aus, um einerseits das Leid der Betroffenen anzuerkennen und anderseits einen Impuls für weiterführende Präventionsaktivitäten zu setzen.

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