Neues Volksblatt: "Kleingeist" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 30. März 2016

Linz (OTS) - Meinungsumfragen zufolge ist die Strache-FPÖ seit geraumer Zeit stärkste Partei in Österreich — was umgekehrt heißt, die Wählerinnen und Wähler erwarten sich von den Blauen etwas, das ihnen die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP derzeit offenbar nicht bieten. Die Frage ist nur: Sollte man tatsächlich wollen, was so manche Blaue bieten?
Da gibt es beispielsweise den oststeirischen Nationalratsabgeordneten Walter Rauch, der seine parlamentarische Mission offenbar darin sieht, alljährlich parlamentarische Anfragen an alle Ministerien zu stellen, wie viel Geld für Taxifahrten ausgegeben wurde und wie hoch die Summen sind, die mit Kreditkarten beglichen wurden. Kaum hat er das Ergebnis in Händen, empört sich Rauch in seit dem Jahr 2014 praktisch wortgleichen Aussendungen über die Verschwendungssucht der Regierung. Wobei es ihn auch nicht kümmert, dass etwa 2015 die Taxikosten niedriger waren als 2014 — so oder so sind die Beträge „Unsummen“.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Nichts gegen Transparenz, immerhin geht es um Steuergeld. Aber alles gegen einen Kleingeist, der in Taxifahrten und Kreditkartenbezahlungen per se etwas Unanständiges sieht. Und auch alles gegen einen Kleingeist, der seit drei Jahren mit Anfragen dieser Art für einen bürokratischen Aufwand — und damit auch Kosten — sondergleichen sorgt.
Auch das ist blaue Politik.

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