Bundespräsident Fischer empfängt Holocaust-Leugner

Trotz schwerer Menschrechtsverletzungen im Iran findet Staatsbesuch statt

Wien (OTS) - In diesem Jahr wurden im Iran bereits über 200 Menschen hingerichtet, im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 753 – darunter 25 Frauen und 13 Minderjährige. Seit 13 Jahren ist dies die höchste Hinrichtungszahl und der Iran damit das Land mit den meisten Exekutionen pro Einwohner.

Ethnische und religiöse Minderheiten sind Diskriminierungen und Verfolgung ausgesetzt. Hunderte Journalisten, Aktivisten und Oppositionelle befinden sich in Haft. Berichten zufolge werden Folter und lange Einzelhaft nach wie vor angewendet.
Eine Verbesserung der Frauenrechte ist nicht in Sicht. Noch immer können erst neunjährige Mädchen zum Tode verurteilt oder zwangsverheiratet werden.

Die oberste Führung des iranischen Regimes macht keinen Hehl aus seiner antisemitischen Einstellung, sei es mittels systematischer Holocaust-Leugnung, der Veranstaltung von Festivals mit Holocaust-Karikaturen, Demonstrationen mit Vernichtungsparolen gegen Israel oder dem auf Raketen angebrachten Aufruf zur Auslöschung Israels.

Trotz drohender neuer Sanktionen setzt der Iran Raketentests mit großer Reichweite fort.

"Nicht einmal eine derartige Bilanz von Menschenrechtsverletzungen, Grausamkeiten, Unterdrückung und Abschreckung sind für Bundespräsident Fischer ein Kriterium, diese Einladung zurückzuziehen", zeigt sich der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, angesichts des Besuchs des iranischen Präsidenten, konsterniert.

Der österreichische Bundespräsident war bereits das erste EU-Staatsoberhaupt, das den Iran nach der Einigung im Atomstreit besucht hat. Der aktuelle Empfang Rohanis in Österreich mit militärischen Ehren, Festessen und Gesprächen, zeugt einmal mehr von einer ungebrochenen Sympathie Fischers für Diktatoren. Welches Ausmaß müssen Menschenrechtsverletzungen erreichen, um
bei diesem Bundespräsidenten moralische Bedenken hervorzurufen?

Oskar Deutsch
Israelitische Kultusgemeinde Wien/
Israelitische Religionsgesellschaft

Rückfragen & Kontakt:

Israeltische Kultusgemeinde Wien, Tel: 01 53104-105

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | IKG0002