Neues Volksblatt: "Geben oder nehmen?" von Harald GRUBER

Ausgabe vom 22. März 2016

Linz (OTS) - Heilig ist denen nichts. Auch kein Kirchenraum. So aufgeregt reagieren Besucher von Linzer Innenstadtkirchen derzeit, wenn sich kurz nach Schlussgesang fremdländische Bettlergruppen an den Ausgängen aufpflanzen — und mit Kindern im Arm um Geld schnorren. Wie auf solche Aktionen reagieren, wo doch eben von Nächstenliebe und Barmherzigkeit gepredigt wurde?
Es kann nur eine Antwort geben — egal ob am Kirchenausgang, in der Straßenbahn oder vor dem Geschäftsportal: das Zupfen und Wimmern ignorieren und ohne Gabe das Feld räumen!
Denn die, die geben, helfen damit nicht den ärmlichen Frauen und Kindern aus dem Gröbsten heraus, sondern bloß den Hintermännern in Rumänien zu noch größerem Überfluss. Kurz: Es geht nicht um die Milch der Kinder, sondern um den Champagner der Bosse.
Dieser Hintermänner habhaft zu werden, stellt die Polizei vor große Herausforderungen. Erst muss dem Helferlein aggressives oder gewerbsmäßiges Betteln nachgewiesen werden. Einvernahmen enden dann meist mit der Abnahme der paar Euro — nicht daran zu denken, dass die kleinen Fische irgendwelche Informationen auspacken würden. Oft schon am nächsten Tag beginnt das Spiel wieder von vorn.
Am ehesten hilft also rumänischen Bettlern, wer nichts gibt! So trocknen kriminelle Strukturen im Hintergrund aus. Und genau dieses Ziel muss im Sinne der Menschen angepeilt werden.

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