Neues Volksblatt: "Bürgerliche Wahl" von Markus EBERT

Ausgabe vom 19. März 2016

Linz (OTS) - Dass die Parteikandidaten für die Bundespräsidentenwahl — An-
dreas Khol (ÖVP), Rudolf Hundstorfer (SPÖ), Norbert Hofer (FPÖ) und Alexander Van der Bellen (Grüne) — die für eine Präsidentschaftskandidatur notwendigen 6000 Unterstützungserklärungen nicht erbringen würden, war auszuschließen. Demokratiepolitisch wohltuend ist, dass die Unterstützer der anderen Kandidaten immerhin einen Unterschied sahen zwischen Kasperl Richard Lugner und der Neos-gestützten Irmgard Griss.
Für die ÖVP jedenfalls ist die hohe Zahl an Unterstützungserklärungen für Andreas Khol nach dem Holperstart in das Unterfangen „Präsidentschaft“ sowohl ein wichtiges Signal nach innen als auch nach außen. Wer auf eine laxe ÖVP-Organisation oder gar innerparteiliche Diskrepanzen gehofft hatte, wurde eines Besseren belehrt; und wer Khol aufgrund der bisherigen Umfrageergebnisse nicht einmal in der Stichwahl sah, wird sein Urteil wohl auch relativieren müssen.
Klar ist freilich auch: Ein Etappensieg ist noch lange kein Gesamtsieg im Hofburg-Rennen. Es gilt deutlich zu machen, dass Khol im Kandidatenreigen der einzige ernst zu nehmende Vertreter des bürgerlichen Lagers ist. Norbert Hofer (FPÖ) wollte gar nicht antreten, Alexander Van der Bellen spielt ein bisschen auf bürgerlich, ist aber ein in der Wolle gefärbter Grüner und Irmgard Griss franst links und rechts aus. Wer keinen Roten in der Hofburg will, kommt also an Khol nicht vorbei.

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