Neues Volksblatt: "Respekt" von Markus EBERT

Ausgabe vom 16. März 2016

Linz (OTS) - Es gefällt nicht jedem, aber Tatsache ist: In der Flüchtlingsproblematik wurde durch die normative Kraft des Faktischen vieles auf den Kopf gestellt.
Dass eine uneingeschränkte Willkommenskultur faktische Grenzen hat, gilt zumindest in Österreich nunmehr als eindeutig mehrheitsfähige Position. Die Erkenntnis, dass man sich nur aufbürden (lassen) kann, was auch zu bewältigen ist, bringt ohnehin einen zweiten Schluss mit sich: Jene Menschen, die wir aufnehmen, haben ein Recht auf bestmögliche Integration.
„Wir haben zu lange gewartet, hier steuernd einzugreifen“, brachte gestern LH-Stv. Thomas Stelzer das Dilemma der Integration auf den Punkt. Viel zu lange wurde weggeschaut, was sich in manchen Migrantenkreisen wirklich abspielt; freilich auch deswegen, weil jeder kritische Blick hinter die Kulissen von einer lautstarken gutmenschlichen Minderheit mit der Punze „Ausländerfeindlichkeit“ versehen wurde. Und bevor man sich ins rechte Ecke rücken ließ, ließ man lieber die Finger von den Brennpunkten.
Jetzt ist wie gesagt alles anders. Wer sich Österreich als Ziel aussucht, weiß, was auf ihn zukommt: Es gilt, unsere Werte nicht nur zu respektieren, sondern auch zu leben, es gilt, unsere Sprache zu sprechen, und es gilt, sich um ein gesichertes Fortkommen zu bemühen. Demgegenüber muss freilich der Respekt für die neuen Mitglieder unserer Gesellschaft stehen.

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