Neues Volksblatt: "Ende des Spiels" von Christoph STEINER

Ausgabe vom 15. März 2016

Linz (OTS) - Seit gestern liegen die Karten also auch offiziell auf dem Tisch: Für die Heta-Gläubiger wird es ohne einen langwierigen Rechtsstreit keine volle Befriedigung ihrer offenen Forderungen in Höhe von rund elf Milliarden Euro geben. Die Gläubiger, die das Angebot abgelehnt haben, sind gescheitert, musste sich vor allem jene Großgläubiger-Gruppe gestern von Finanzminister Hans Jörg Schelling öffentlich ausrichten lassen, die mit einer Lock-up-Vereinbarung eine mögliche Lösung maßgeblich versperrt hatte. Mit diesem klaren Zeichen, dass der Bund auch nach Angebotsende zu seinem Wort steht und es kein zweites Angebot gibt, sollte nun auch das Pokerspiel auf Gläubigerseite endlich enden. Wenn man nun weiter Verhandlungswillen vorschiebt, Klagen vorbereitet und dabei fest auf die Reputation des österreichischen Wirtschaftsstandortes draufdrischt, dann hat man den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Mit dem wohl folgenden Schuldenschnitt durch die Finanzmarktaufsicht wird die Lage für die Gläubiger keinesfalls besser. Ist aber der Gerichtsweg erstmal beschritten, sind die Nutznießer auf längere Zeit erstmal Gutachter und Anwälte, aber sicher nicht die Anleihengläubiger. Aber man kann ja in Argentinien nachfragen, wie sich so etwas hinziehen kann. Dort ist nach weit mehr als zehn Jahren nun eine Einigung in Sicht, natürlich nicht zu einer 100-prozentigen Quote, aber mit vielen Nettigkeiten, die man sich über die Jahre ausgerichtet hat.

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