Küberl: Glaubwürdigkeit des ORF nicht gefährden

Unabhängiger Kirchenvertreter im ORF hält Anfragen der Stiftungsräte zu "In Zentrum" für angebracht - ORF soll seine Informationsstrategie zu Großthemen weiterentwickeln und kreativen Mix aus Meinungsviefalt und Expertenwissen bieten

Wien (KAP) - Die besondere Stellung des ORF als öffentlich-rechtliche Medieneinrichtung liegt an seiner Glaubwürdigkeit, die sich an den gesellschaftlichen Großthemen erweisen muss. Das hat Franz Küberl in seiner Eigenschaft als ORF-Stiftungsrat am Samstag im Interview mit "Kathpress" betont. "Ich halte daher die Anfragen von ORF-Stiftungsräten an den ORF-Generaldirektor für angebracht", so Küberl im Blick auf die Debatte über die Einladung von Werner Faymann in die Sendung "Im Zentrum" am Sonntag, wo der Bundeskanzler diesmal nicht mit anderen Diskutanten, sondern alleine teilnimmt. Gleichzeitig plädierte Küberl dafür, dass der ORF seine "Informationsstrategie zu den großen Themen überdenken und weiterentwickeln" soll.

Die letzten Monate hätten gezeigt, wie wichtig eine umfassende, objektive und unabhängige Berichterstattung über die Flüchtlingssituation sei. "Der ORF hat hier eine enorme Verantwortung. Wenn dabei auch nur der Verdacht einer parteipolitischen Intervention besteht, wie er jetzt von vielen geäußert wurde, dann müssen sich die ORF-Gremien damit befassen", so Küberl, der dem höchsten ORF-Gremium seit 1998 angehört.

Angesichts der Flüchtlingsituation und der damit verbundenen großen Herausforderungen für Österreich und ganz Europa plädierte Küberl dafür, dass der ORF seine Informationsstrategie überdenken und weiterentwickeln solle. Möglich seien mehr Thementage und -wochen zu fundamentalen Fragestellungen, bei denen es einen "kreativen Mix aus Meinungsvielfalt und Expertenwissen" geben soll.

Im Blick auf bestehende soziale Nöte und die wichtigen Fragen nach einem ökologisch verantwortbaren Lebensstil oder gerechten Bedingungen in Arbeit und Wirtschaft sowie zwischen den Geschlechtern sei viel Kompetenz in der Zivilgesellschaft, bei Kirchen und in der Wissenschaft. Was die Parteien dazu sagen ist wichtig, aber "meist überrepräsentiert", gab der langjährige Caritas-Präsident zu bedenken.

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