Neues Volksblatt: "Nichts gelernt" von Heinz Wernitznig

Ausgabe vom 12. März 2016

Linz (OTS) - Trauer und Erinnerung an die vielen Opfer des verheerenden Atomunfalls vor fünf Jahren in Fukushima sind richtig und wichtig. Schließlich leiden nach wie vor Tausende Menschen in Japan an den Folgen der Verstrahlung bzw. müssen in provisorischen Unterkünften leben. Entscheidend aber ist, die richtigen Lehren aus der Katastrophe zu ziehen. Und diese können nur lauten: Raus aus der riskanten und ohne Milliarden-Subventionen unwirtschaftlichen Atomenergie – Stichwort AKW Hinkley Point in Großbritannien – und rein in saubere erneuerbare Energieformen, wie dies einige europäische Länder zumindest in Ansätzen bereits praktizieren.
Im Land der aufgehenden Sonne setzen die politisch Verantwortlichen aber offenbar auf das Vergessen der Menschen und wollen dieser Technologie des vergangenen Jahrhunderts zu einem Comeback verhelfen. Dies kommt einem Armutszeugnis für ein Land gleich, das sich seiner technologischen Führerschaft in vielen Bereichen rühmt. Denn in den vergangenen fünf Jahren hätten längst die Weichen für eine Energiewende gestellt werden können. Schließlich eignet sich Japan laut Experten besonders für Wind- und Wasserkraft. Offenbar dominiert auch hier die Tendenz zum kurzfristigen Gewinnstreben und zum Abschieben ungelöster Probleme — wie etwa jenes der Tausende Jahre strahlenden Abfälle — an die nächsten Generationen.

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