Neues Volksblatt: "Zwischenbilanz" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 8. März 2016

Linz (OTS) - Heute ist Internationaler Frauentag. Seit 105 Jahren wird an diesem Tag Bilanz über die Fortschritte in der Geschlechterfrage gezogen. Und auch heuer zeigt sich der kleine Unterschied: Nur 34 Prozent der Österreicherinnen sprechen von Chancengleichheit, aber 46 Prozent der Männer. Und für die restlichen Prozent ist es eine Streitfrage, ob das Glas nun halb voll, oder halb leer ist. Klar ist, dass schon viel erreicht wurde. Beim ersten Mal hatten die Frauen noch nicht einmal das allgemeine Wahlrecht. Klar ist aber auch, dass es durchaus auch heute und bei uns noch Mankos gibt. Und damit ist der Großteil der Klarheiten beseitigt.
Bei den Forderungen, was man wie noch verbessern kann oder müsste, spießt es sich — außer es geht um Präambeln, die eh jeder unterschreiben würde: Etwa, dass Gewalt gegen Frauen nicht toleriert werden darf (übrigens auch nicht Gewalt gegen Männer). Es spießt sich einerseits, weil Frau eben nicht nur Frau ist. Die Frau in der Wirtschaft sieht die Welt durchaus anders und hat auch andere Zahlen als die rote Frauenministerin. Und anderseits geht es bei manchen Forderungen wohl nicht mehr um Bedürfnisse von real existierenden Frauen, sondern um das ideologische Ausheben von Schützengräben für den Geschlechterkampf. Und damit ist auch schon gesichert, dass auch 2017 ein Frauentag notwendig sein wird. Hoffentlich ist dann das Glas schon zu Dreiviertel voll.

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