Neues Volksblatt: "Radu und Andrei" von Harald GRUBER

Ausgabe vom 4. März 2016

Linz (OTS) - Radu lernt in Bukarest rechnen, während Papa Andrei in Österreich Fliesen verlegt. Es ist nicht leicht, Papa im Ausland zu haben, aber finanziell ist es von großem Vorteil. Denn: Erstens liegen die Arbeitslöhne in Österreichs Privatwirtschaft (31,70 Euro je geleisteter Arbeitsstunde) beim Siebenfachen der rumänischen (4,80 Euro) und zweitens ist der Euro aufgrund des Preisniveaus in Rumänien real doppelt so viel wert wie in Österreich.
Im gemeinsamen Wirtschaftsraum mit Niederlassungsfreiheit soll es so sein. Sozialleistungen aus dem Steuertopf sind aber anders zu beurteilen. Daher ist es nachvollziehbar, dass die österreichische Familienbeihilfe — so sie in das EU-Ausland überwiesen wird — an die dortigen Gegebenheiten angepasst werden soll. Immerhin geht es um die Versorgung des dort lebenden Nachwuchses. Und da ist es nur recht und billig, entweder den Beihilfen-Betrag des jeweiligen EU-Staates zu übernehmen, oder die österreichische Beihilfe nur mehr gemäß dem zumeist niedrigeren Preisniveau auszuzahlen.
Die höchsten Überweisungen an österreichischer Familienbeihilfe erfolgten zuletzt nach Ungarn, in die Slowakei sowie nach Polen. Dort liegen die Preise bei der Hälfte, maximal bei zwei Drittel des österreichischen Niveaus. So wurden die dort lebenden Kinder also real sogar besser bedient, als die heimischen Kinder. Das ist sicher nicht der Sinn einer Beihilfe. Und um die geht es, nicht um Entwicklungshilfe.

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