AK: Einkommensschere – es braucht Taten statt Worte

Wien (OTS) - Wie die aktuelle EU-Statistik zu den Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen zeigt, bleibt Österreich weiterhin am vorletzten Platz. „Das verdeutlicht einmal mehr, dass wir nicht nur kosmetische Veränderungen brauchen, sondern wirksame Maßnahmen, die tatsächlich zu mehr Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern führen“, sagt Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der AK Wien.

Aus AK-Sicht braucht es mehr Ernsthaftigkeit bei der Verwirklichung von Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern:

Betriebe sollen gesetzlich verpflichtet werden, über Fortschritte und Maßnahmen beim Abbau der Einkommensschere zu berichten. Einen Einkommensbericht zu erstellen, reicht alleine nicht aus. Es muss auch damit gearbeitet werden. Darum sollen sich Betriebsrat und Unternehmen im Rahmen der bereits bestehenden Wirtschaftsgespräche mindestens einmal pro Jahr mit dem Einkommensbericht verpflichtend auseinandersetzen. Zudem ist es wichtig, dass die Vertraulichkeit wegfällt und das Schweigen über die Einkommen im Unternehmen beendet wird.

Die Aussagekraft von Gehaltsangaben muss verbessert werden. Daher sollen Betriebe verpflichtet werden, das Ist-Gehalt bzw eine Bandbreite der möglichen Bezahlung anzugeben. AK und Gewerkschaften fordern auch ein Anzeigerecht, wenn das Gesetz nicht eingehalten wird.

Österreich braucht auch eine Geschlechterquote von 40 Prozent in Aufsichtsräten, denn die jährlichen AK-Analysen zeigen, ohne Quote geht nichts weiter. Frauen sind sehr gut qualifiziert, das muss sich auch in gleichen Chancen ausdrücken.

Die aktuelle Novelle zum Kinderbetreuungsgeld sieht Anreize für mehr partnerschaftliche Teilung vor. Das ist positiv. Allerdings gibt es viele Hürden. So sieht der Entwurf einen „Papamonat“ ohne Rechtsanspruch, ohne Kündigungsschutz, ohne Sozialversicherung und ohne flexible Dauer vor. Da bleibt der Eindruck, dass das gar nicht gewünscht wird.

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