Euregio-LHs in Rom bei Innenminister Alfano

LH Platter richtet Appell an Italien: Flüchtlingsmaßnahmen weit südlich des Brenners

Innsbruck (OTS) - LH Günther Platter, LH Ugo Rossi (Trentino) und LH Arno Kompatscher (Südtirol) sprachen heute in Rom beim italienischen Innenminister Angelino Alfano vor: Dabei richtete LH Platter gemeinsam mit seinen Amtskollegen der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino einen deutlichen Appell an den Minister, dass das Grenzmanagement von Italien weit südlich des Brenners vonstattengehen solle.

Alfano: Hotspots in Italien bis Ende März

Minister Alfano stellte daraufhin in Aussicht, dass an den Südgrenzen Italiens bis Ende März Hotspots errichtet und alle Flüchtlinge registriert werden. Darüber hinaus sicherte er eine gute Kooperation mit der italienischen Polizei zu. Dies wurde von den drei Landeshauptleuten mit Wohlwollen aufgenommen, dennoch „werden wir uns als Euregio genau anschauen, wie die Maßnahmen umgesetzt werden“, so LH Platter. Ein Jahr wie 2015 dürfe sich nämlich nicht wiederholen. „Wir hatten 90.000 Asylanträge. Nun ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Fluchtrouten über Italien in den Norden verlagern: Der Brenner wird dann zum Flaschenhals und das will niemand“, warnte der Tiroler Landeshauptmann.

LH Platter sprach sich auch für eine zivil-militärische EU-Mission aus, um Italien bei der Sicherung der Außengrenzen zu unterstützen. „Hier braucht es die Initiative des Europäischen Rates“, so LH Platter. Österreich habe nun Kontrollen an den Grenzen beschlossen. „Wir wollen keine Grenzkontrollen zwischen Tirol und Südtirol – aber die EU hat unser Land durch ihr Nichthandeln dazu gezwungen“, ist LH Platter überzeugt. „Deshalb unterstütze ich diese Maßnahmen auch.“

Appell an Verantwortung aller EU-Staaten

Einigkeit zwischen den Landeshauptleuten und Minister Alfano bestand dahingehend, dass die betroffenen Mitgliedsstaaten Österreich, Italien, Deutschland oder Schweden von der Europäischen Union nicht im Stich gelassen werden dürfen. LH Platter mahnte dazu eindringlich:
„Diese Flüchtlingskrise können nicht vier von 28 EU-Staaten alleine stemmen. Ich bin ein großer Befürworter der Europäischen Union, aber sie muss zu ihrer Verantwortung stehen, ansonsten wird sie scheitern.“

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