Laki fordert Marshallplan für Niederösterreich

Wachstum in Niederösterreich über Jahre weit unterdurchschnittlich zu erwarten

St. Pölten (OTS) - Vor der negativen Entwicklung des Wirtschaftswachstums warnt heute der Landtagsabgeordnete des Team Stronach für NÖ, Dr. Walter Laki: „Mangelhaftes Wachstum über Jahre schafft steigende Arbeitslosigkeit in Niederösterreich und Gesamtösterreich. Wachstum wird durch die Innovationen der Wirtschaft generiert. Der Maßstab für das Wachstum der kommenden Jahre und Jahrzehnte wird insbesondere durch die Hochtechnologie vorgegeben, die in der Patentdichte der Wirtschaftsregionen der EU ersichtlich ist.“

Patentdichte der Wirtschaftsregionen der EU

Das Europäische Patentamt hat zu den wichtigsten Wirtschaftsregionen die Patentdichte (NUTS 2) untersucht. Wenn die Wirtschaftsregion Niederösterreich mit 100 definiert wird, ergibt sich nachfolgende Reihung:
Österreich: Niederösterreich 100
Tirol 110
Wien 161
Vorarlberg 213
Steiermark 223

Schweiz: Nordschweiz 366

Belgien: Antwerpen 403

Finnland: Helsinki 507

Deutschland: Oberbayern 540
Mittelfranken 572

Holland: Noord Brabant 610

Schweden: Sydsverige 1.126

Viel zu geringe Investitionen in die Zukunft des Landes
„Wie dieser „Zukunftstabelle“ zu entnehmen ist, läuft in Niederösterreich, aber auch in Österreich offensichtlich einiges falsch“, zeigt Laki auf und sagt weiter: „Unsere Verwaltungskosten sind um 50% höher als der OECD Durchschnitt. Darüber hinaus dominieren die Sozialausgaben die Budgets. In Niederösterreich sind über 50% diesem Bereich zuzurechnen. Der Rechnungshof ortet im Krankenhausbereich ein Einsparungspotential von 4,9 Mrd. pro Jahr, allein in Niederösterreich rund 900 Millionen. Für die Elitenausbildung in der Hochtechnologie steht hingegen kaum Geld zur Verfügung.“

Laki nennt dazu konkrete Zahlen: Die ETH Zürich hat bei 18.000 Studenten jährlich 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung, davon 1,2 Mrd. von den öffentlichen Haushalten. Die TU Wien hat bei 29.000 Studenten 350 Millionen zur Verfügung, davon rund 220 Mill von den öffentlichen Haushalten. Zum Vergleich dazu: Österreich überweist für im Ausland lebende Kinder den gleich hohen Betrag, nämlich 220 Millionen Euro. „Es gibt viele Begehrlichkeiten an die öffentlichen Hände, Priorität muss allerdings die Zukunftssicherung unseres Landes haben“, so Laki.

Ohne Elitenbildung geht es nicht

Die ETH Zürich hat in den letzten Jahren über 300 Hochtechnologie Spin-offs in den Wirtschaftskreislauf eingebracht. Laki: „Die TU Wien kann mit dieser Innovationskraft logischerweise nicht mit. Wir haben wesentlich weniger Dissertanten(innen) und kaum Habilitanten(innen), die technische Elitenbildung wurde völlig vernachlässigt. Wir brauchen technische Eliten verbunden mit Forschungszentren!“

Mit dem Dienstleistungsbereich können wir das Wohlstandsniveau nicht halten

Die Industriequote sinkt insgesamt laufend in Österreich, die Arbeitslosigkeit steigt reziprok. Laki: „Die Konsumgüterindustrie ist wegen des Kostennachteiles nicht konkurrenzfähig, der steigende Dienstleistungsbereich kann den Wohlstand nicht sichern, denken wir beispielsweise an die aktuelle Situation der Banken. Es geht nur über die Hochtechnologie! Der Hochtechnologiebereich der Schweiz und Deutschlands liegt bei 30 Prozent, der Österreichs bei unter zehn.“

„Daß von der Politik offensichtlich seit Jahren, ja Jahrzehnte die falschen Prioritäten gesetzt werden, ist obiger „Zukunftstabelle“ zu entnehmen. Es geht nicht an, dass die Gefälligkeitsdemokratie - die Umverteilung zulasten der Zukunft des Landes - so weiter geführt wird. Das können wir gegenüber unserer Jugend nicht verantworten“, kritisiert der Landtagsabgeordnete des Team Stronach für NÖ.

Marshallplan „Hochtechnologie“ dringendst erforderlich

„Wollen wir unser Wohlstandsniveau, im Vergleich zu den europäischen Konkurrenzregionen, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten halten, müssen wir rasch handeln. Im Hinblick auf die sich beschleunigende Arbeitslosigkeit und parallel dazu das enorme Defizit im Bereich der Hochtechnologie, müssen wir wirksame Initiativen setzten, und zwar sofort und entschlossen. Um den aufgezeigten Rückstand auf zu holen, ist es notwendig einen „Marshallplan“ zu erstellen. Rein kosmetische Operationen helfen bei dieser dramatischen Sachlage nicht“, fordert Laki massive Investitionen in den Bereich der Hochtechnologie. „Wir brauchen vor allem Technische Universitäten mit Exzellenz Status, ähnlich den Exzellenz Unis in Deutschland oder der ETH Zürich. Dazu wird es notwendig sein, in den kommenden 5 Jahren, einem Masterplan folgend, pro Jahr deren Budgets jeweils um 100 Millionen zu erhöhen. Eine analoge Dotierung alleine der TU Wien zur ETH Zürich würde eine Aufstockung der Mittel um 1,6 Milliarden Euro pro Jahr erfordern.“

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