Neues Volksblatt: "Nicht genügend" von Markus EBERT

Ausgabe vom 19. Februar 2016

Linz (OTS) - „Was passiert in der vierten Klasse? Bricht plötzlich der Ernst des Lebens über die Kinder herein?“, fragt im Zusammenhang mit der Schulnoten-Diskussion die Vizepräsidentin des Katholischen Familienverbandes, Astrid Ebenberger. So wie sie stellen sich auch andere „Stakeholder“ im Bildungsbereich solche und ähnliche Fragen — womit vor allem eines bewiesen ist: SPÖ-Schulministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat mit ihrem Aus für die Ziffernnoten und dem Aus für das Sitzenbleiben in den ersten drei Volksschuljahren eine Diskussion ausgelöst, die am Kern der Sache, sprich der angepeilten Bildungsreform, vorbeigeht.
Beispiel Sitzenbleiben: Im Schuljahr 2013/14 waren österreichweit 0,5 Prozent der Volksschulkinder nicht zum Aufsteigen berechtigt, in OÖ lag dieser Prozentsatz im Schuljahr 2014/15 bei 0,37 Prozent. Warum die Ministerin aus einem de facto nicht existierenden Problem eine Fahnenfrage macht, wird sie hoffentlich noch erklären.
Beispiel verbale Beurteilung: Ja, die Ziffernnoten mögen nicht alles aussagen. Aber eine verbale Beurteilung, die von Lehrer zu Lehrer und von Schule zu Schule unterschiedlich ist, sagt gar nichts aus. Zumal, und das macht die Sache noch kurioser, am Ende der Schullaufbahn mit der Zentralmatura die absolute Vergleichbarkeit gefordert wird.
Ob Absicht oder Ausrutscher: Recht viel besser als mit „Nicht genügend“ kommt die Schulministerin einmal mehr nicht davon.

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