Caritas verstärkt Programme für eine "Zukunft ohne Hunger"

Auslandschef Schweifer: Beendigung des Hungers bis 2030 ist "realistisches Ziel", Vorbeugen von Hungerkrisen beste Form der Vermeidung von Flüchtlingsströmen - Caritas warnt vor Hungerkatastrophe in Äthiopien

Wien (KAP) - Das von den Vereinten Nationen angestrebte Ende des Hungers bis 2030 ist in den Augen der Caritas durchaus ein "realistisches Ziel", sofern es weltweit genügend Anstrengungen dafür gibt. Nötig seien letztere sehr, stelle Hunger doch "die elementarste Form von Armut" dar, wie Christoph Schweifer, Generalsekretär für Internationale Programme bei der Caritas Österreich, am Montagabend in Wien vor Journalisten erklärte. Das katholische Hilfswerk will seine Programme für eine nachhaltige Verbesserung der weltweiten Ernährungssituation deshalb verstärken.

In den letzten Jahren habe sich laut Schweifer die Zahl der Hungernden von weltweit über 1 Milliarde Menschen auf 800 Millionen reduziert. Die Zahl der Kinder, die an den Folgen von Hunger sterben, habe sich sogar halbiert. Dies zeige, dass man im Kampf gegen Hunger, Unter- und Mangelernährung durchaus Erfolge verzeichnen könne. Auf der anderen Seite führte gerade aktuelle Ereignisse wie etwa die Äthiopische Hungerkatastrophe vor Augen, dass nach wie vor dringender Handlungsbedarf bestehe, so der Caritas-Auslandschef.

Die Hungerproblematik sei im vergangenen Jahr aufgrund der Flüchtlingskatastrophe und anderer Krisen etwas aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit gewichen - "was aber nicht bedeutet, dass sie nicht weiterhin vorhanden und akut ist", so Schweifer. Zudem sei gerade die Hilfe vor Ort das beste Mittel, um Flüchtlingsströme in der Zukunft zu vermeiden. "Wenn wir durch Ernährungssicherheit und Bildung Perspektiven in den Heimatländern stiften, haben die Menschen gar keinen Grund zu flüchten."

Äthiopien droht Hungerkatastrophe

Äthiopien droht eine massive Hungerkatastrophe, wenn nicht bald etwas geschieht: Das hat die Caritas-Programmkoordinatorin der Diözese Meki in Äthiopien, Yetenayet Testaye, am Montagabend im Interview mit "Kathpress" dargelegt. Über 10 Millionen Menschen in Äthiopien leiden zurzeit an den Folgen einer extremen Dürreperiode, ausgelöst durch das Wetterphänomen "El Nino", das zu Trockenheit, Viehsterben und Ernteausfällen führt. Besonders betroffen sei der Norden des Landes, wo die Ernten im Vorjahr bis zu 100 Prozent ausgefallen seien, so Testaye, die auf Einladung der Caritas Österreich nach Wien gekommen war.

Die Caritas leistet in Äthiopien auch Akutversorgung und Nothilfe durch Nahrungspakete und Wasser, vorrangiges Ziel ist dennoch eine nachhaltige Unterstützung. "Die Regierung schaut, dass die Menschen nicht verhungern. Das ist uns zu wenig, wir wollen nachhaltig etwas bewirken", betonte die Programmkoordinatorin. Primär unterstütze man deshalb Kleinbauern mit Saatgut, Technologie und durch Schulungen. (Infos zur Caritas-Hilfe in Äthiopien unter www.caritas.at/auslandshilfe)

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