Der österreichische Arbeitsmarkt steht vor turbulenten Entwicklungen

ÖZIV fordert faire Ausbildungs-Bedingungen für Jugendliche mit Behinderungen

Wien (OTS) - Für die kommenden Perioden prognostiziert man ein solides Wirtschaftswachstum, allerdings auch weiterhin ansteigende Arbeitslosenzahlen. Besonders prekär wirkt sich dieser Trend für Menschen mit Behinderungen aus, die ohnehin überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit und Armut bedroht sind, oftmals bedingt durch ungleiche Ausbildungschancen. Der Entwurf des neuen Jugendausbildungsgesetzes verschärft nicht nur diese Diskrepanz, sondern steht auch im klaren Widerspruch zu den Richtlinien der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die auch Österreich ratifiziert hat.

Für Jugendliche mit körperlicher, intellektueller oder psychischer Beeinträchtigung, die aktuell oder dauerhaft nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden, soll dem Gesetzesentwurf nach die Ausbildungspflicht ruhen. Dieser Entwurf öffnet nicht nur jeder Art von Willkür und Diskriminierung Tür und Tor, sonder beraubt die Jugendlichen jeder Perspektive und Möglichkeit zur selbstbestimmten Teilhabe an der Gesellschaft sowie der Teilnahme an einem offenen und inklusiven Bildungs- und Arbeitssystem.

Barrieren im Bildungssystem potenzieren für Menschen mit Behinderungen die Chancenungleichheit auf dem Arbeitsmarkt und reduzieren empfindlich die Karrieremöglichkeiten in unserer leistungsorientierten Gesellschaft. Lediglich 30 % der Menschen mit schweren Behinderungen finden eine dauerhafte Anstellung. Angekündigte Budgetkürzungen im Bereich der Beschäftigungsinitiativen für behinderte Menschen sowie das geplante Jugendausbildungsgesetz würden dieser Entwicklung Vorschub leisten, weshalb sich der ÖZIV vehement gegen den Entwurf zum Jugendausbildungsgesetz in der vorliegenden Fassung ausspricht. Wir fordern nicht nur die Streichung diskriminierender Passagen aus dem Entwurf, sondern die Anpassung des Textes an die UN-Konvention und die Ausweitung der inklusiven Bildungsmöglichkeiten auch für Jugendliche über 18. Nur eine Chancengleichheit in der Bildung ermöglicht eine Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt und die Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft.

Der ÖZIV ist eine Interessensvertretung von und für Menschen mit Behinderung mit Sitz in Wien und setzt sich für eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Lebensführung von Menschen mit Behinderung ein.

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