Neues Volksblatt: "In der Skischule" von Harald GRUBER

Ausgabe vom 11. Februar 2016

Linz (OTS) - Wohin immer Bildungspolitiker in diesen Winterwochen ausschwärmen, sie mögen doch bitte einen Blick auf die Skipiste oder auf einen Eislaufplatz werfen! Was wird dort mit Anfängern geübt? Anfahren, Aufstehen und Stehenbleiben. So ist es nicht weit von der Ski- oder Eislaufschule zur Pflichtschule. Auch dort müssen die Grundfertigkeiten des Lebens — Rechnen, Lesen und Schreiben — zur Perfektion vorangetrieben werden. Erst dann sollte an rechnerische Carvingschwünge, literarische Twister oder schreiberische Pirouetten gedacht werden.
Damit dies gelingen kann, braucht es zwei grundlegende Voraussetzungen. Erstens, die entsprechenden Schwerpunktsetzungen in den Lehrplänen, damit Lehrkräfte nicht länger gezwungen sind, Kapitel um Kapitel durchzupeitschen. Zweitens braucht es die Rückbesinnung der Politik: Wenn knapp ein Fünftel der Teenager in Rechnen, Lesen und Naturwissenschaften schwache Leistungen bringen, kann es jetzt nicht um Bildungsdirektionen, Finanzströme und Multikulti-Romantik gehen. Nein, dann muss es endlich um die optimale Vermittlung der Grundfertigkeiten an die Kinder gehen! Erst kommt die Pflicht, dann (speziell für die Könner) eine Kür.
Schließlich pflanzen sich grundlegende Defizite nachweislich in anschließenden Lebensfeldern fort — z. B. in Form von Schwächen bei der Nutzung elektronischer Medien. Das kann sich kein Land der Welt erlauben.

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