Neues Volksblatt: "Realpolitische Welt" von Markus EBERT

Ausgabe vom 9. Februar 2016

Linz (OTS) - Schwarz-Blau (oder Blau-Schwarz) auf der einen Seite, Toleranz und Solidarität auf der anderen Seite: Unter anderem mit diesem (vermeintlichen) Gegensatzpaar agitierte das Bündnis „Linz gegen Rechts“ gegen den Burschenbundball am vergangenen Samstag in Linz. Und weil die Linke stets weiß, was gut und recht ist, wurde gleich auch Uni-Rektor Meinhard Lukas gescholten: Es sei „beschämend“, dass er dem Ball als „Feigenblatt“ diene. Nicht, dass Kritik an solchen Veranstaltungen nicht zulässig wäre. Aber, ob Burschenbundball oder ob die politische Zusammenarbeit von ÖVP und FPÖ: Die linken Kritiker machen es sich ein bisschen einfach in ihrer unbeirrbaren, ja unreflektierten Intoleranz gegen alles, was sich außerhalb ihres Horizonts befindet. Da wird es „kalt“ im Land, wenn sich jemand über die Ausgabenentwicklung im Sozialbereich den Kopf zerbricht, da wird grundsätzlich Politik „auf dem Rücken der Ärmsten“ gemacht, und vom „Kahlschlag“ ist natürlich auch allenthalben die Rede.
Dass das alles in Oberösterreich nur stattfindet, weil die ÖVP einen vermeintlichen Tabubruch begangen hat und eine Zusammenarbeit mit der FPÖ eingegangen ist, ist natürlich Blödsinn. Wer so argumentiert übersieht, dass etwa im Burgenland Rot und Blau ebenso in einem Boot sitzen wie in der Stadt Linz. Das ist die realpolitische Welt von heute — auch wenn manche davor die Augen verschließen.

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