Neues Volksblatt: "Gut geplant?" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 5. Februar 2016

Linz (OTS) - Vor 70 Jahren war die Donau eine schwer überwindbare Grenze, nun wird der Fluss wieder zu einer Barriere und das Überqueren eine Geduldsprobe: Morgen in drei Wochen wird die Linzer Eisenbahnbrücke gesperrt, am Montag darauf beginnt der Abbau der 116 Jahre alten Eisernen Lady, die leider im Spiel der roten Verkehrsmanager der Stadt Linz und der ÖBB schon vor Jahren innoffiziell aufs Abstellgleis geschoben wurde. Das Sterben dieses Brückendenkmals wird nun zelebriert. Gestern wurde präsentiert, mit welcher technischen Raffinesse der Abbruch gemacht werden soll, eineinhalb Jahre habe die Linz AG für diese Demontage geplant. Kommende Woche sollen die getroffenen Verkehrsmaßnahmen vorgestellt werden, die vermutlich ebenfalls schon seit Monaten im Detail fixiert wurden – ja, hätte man nur früher der Eisenbahnbrücke diese Aufmerksamkeit gegönnt ...
... Die Fehler der Vergangenheit kann man nicht mehr ändern. Doch warum sie in Linz wiederholt werden müssen, ist unklar. Während der Abriss im Detail festgelegt wurde, gibt es bei der neuen Brücke viele Fragezeichen. Fix ist nur, dass die Stein-Pfeiler wie ein mahnender Torso ein Jahr lang in der Donau rumstehen. Oder länger! Denn im Terminplan sind rechtliche Einsprüche oder andere Verzögerungen nicht berücksichtigt. Im Sommer 2020 soll die neue Brücke frühestens in Betrieb gehen — übrigens im Herbst 2021 wird wieder gewählt.

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