ÖH: Doktorratsstudien aufwerten statt beschränken

Prekäre Situation des Forschungsnachwuchses endlich verbessern!

Wien (OTS) - “Die Einsicht der Uniko (Universitätenkonferenz) ob der Verbesserungswürdigkeit der Doktoratsstudien ist begrüßenswert und löblich, der Hang zu reaktionärem Protektionismus bedenklich.” meint Magdalena Goldinger vom Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung zu den neuesten Plänen der Uniko.
Überhaupt kein Interesse zeigt die Uniko scheinbar an einer qualitativen und finanziellen Aufwertung der Situation der Doktorratsstudierenden.
“Quer durch alle Hochschulen - ob technisch, medizinisch oder geisteswissenschaftlich - ein Doktorratsstudium ist eine langjährige Geduldsprobe für die meisten Studierenden. Obwohl diese die Basisarbeit der Wissenschaft erledigen, schrammen sie mit Kettenverträgen stets am Präkariat entlang.” so Goldinger.

Die Uniko reagiert auf die vorliegenden Probleme wieder nur mit ihrem neuerdings als Allheilmittel entdeckten Ruf nach Zugangsbeschränkungen. Bei realistischer Betrachtung zeigt sich, dass lediglich weniger als 10 % aller Studierenden in Doktorratsstudien inskribiert sind.
“Die Situation der Doktoratsstudierenden lässt sich nicht durch Zugangsbeschränkungen verbessern, sondern durch ernst gemeinte Wertschätzung gegenüber den Doktorand_innen, die sich auch in verbesserten Verträgen widerspiegeln muss.” ist Goldinger überzeugt. Die Pläne der Uniko, den Fokus im Rahmen aller Doktorratsstudien auf das Verfassen einer großen wissenschaftlichen Arbeit zu legen, sind zu begrüßen. Eine entgegenkommende Reduktion der verpflichtend zu absolvierenden Lehrveranstaltungen kommt unserer langjährigen Forderung einer Individualisierung der Doktorratsstudien nach. “Mit der Vorstellung, das eigene PhD-Studium so flexibel wie möglich gestalten zu können, passen sich die österreichischen Hochschulen an internationale Gepflogenheiten an.” zeigt sich Goldinger zufrieden.

Das Doktorat ist die Wiege der Forschung, der Wissenschaftlichkeit und der Exzellenz. Nach Jahren des Bildungskonsums geben Studierende in Doktorratsstudien wesentlich mehr in Form von publizierbaren Forschungsergebnissen, Mitarbeit an Projekten und wissenschaftlichen Artikeln an die Gesellschaft zurück, als sie davor genommen haben. Dies zeigt sich auch am hohen internationalen Anteil der Studierenden, die für ihre wissenschaftliche Bildung an österreichische Hochschulen kommen.
“An der wichtigsten Baustelle um dem Brain Drain entgegenzuwirken, nun Zugangsbeschränkungen zu errichten ist nicht nur unverständlich, sondern fahrlässig für den österreichischen Wissenschaftsstandort.”, zeigt sich Goldinger überzeugt.

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