Neues Volksblatt: "Aus Fehlern lernen" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 2. Februar 2016

Linz (OTS) - Aus Fehlern sollte man lernen: Ob das für die gelernte Pädagogin und Schulministerin Heinisch-Hosek gilt, wird man in wenigen Tagen sehen. Das Hochladen der Vorwissenschaftlichen Arbeit war im Vorjahr die erste Misere der Zentralmatura — das sollte heuer funktionieren. Denn die kleinen Fehler werden nicht nur sofort bestraft, sondern sind auch schnell behoben. Skepsis ist hingegen angebracht, ob wirklich alle notwendigen Schlüsse aus der Premiere der Zentralmatura gezogen werden. Einerseits, weil die Auswertungen im Detail noch immer unter Verschluss gehalten werden. Transparenz und Offenheit wäre aber sicher ein Schlüssel zur Verbesserung. Andererseits tun manche Fakten weh, weil sie so gar nicht ins ideologische Konzept der Ministerin passen wollen. So scheint etwa die Langform im Gymnasium statistisch gesehen zu besseren Ergebnissen zu führen als das Absolvieren einer Gesamtschule und der Umstieg in die Oberstufe. Auch die regionalen und genderspezifischen Unterschiede sollte man analysieren und nicht vertuschen.
Die Zentralmatura hat durchaus die Kraft, unser Schulsystem zu verbessern. Aber man muss mit den Ergebnissen ehrlich umgehen und kritisch evaluieren. Die Einführung dieser bürokratischen Monsteraufgabe war nicht unumstritten. Derzeit schaut es so aus, dass wir uns zwar die negativen Aspekte behalten dürfen, aber die Chancen daraus nicht nützen wollen. Schade!

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