Neues Volksblatt: "Brutal" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 30. Jänner 2016

Linz (OTS) - Die Entwicklung auf den Märkten kann brutal sein. Das hatte OMV-Chef Rainer Seele erst kürzlich zum Absinken des Öl- und Gaspreises gesagt. Diese Brutalität kann man in Zahlen ausdrücken:
Sie wird die OMV neuerlich mit rund 1,5 Milliarden Euro an Abschreibungen belasten.
Das ist für das Unternehmen eine ganze Menge, wie folgende Rechnung belegt: Nach der Abschreibung von einer Milliarde Euro im vergangenen dritten Quartal kommt man nun auf insgesamt 2,5 Milliarden und damit auf das Vierfache des gesamten Nettogewinns des Jahres 2014.
Herrn und Frau Österreicher kann das nicht egal sein. Erstens ist die OMV nach wie vor ein großer Arbeitgeber. Und zweitens ist Österreich über seine ÖBIB-Holding mit 31,5 Prozent an der OMV beteiligt. Wenn der Energiekonzern also Probleme bekommt, bedeutet das auch Unbilden für den Staatshaushalt.
Wirklich vorwerfen kann man der OMV derzeit nicht viel, wenn man von einer hohen Verschuldung von rund sechs Milliarden Euro absieht — eventuell noch zu unvorsichtige Planung: Denn Grund für die Kalamitäten ist ein niedriger Ölpreis von derzeit rund 37 Euro, während der Konzern für heuer mit 55 Dollar pro Fass gerechnet hat und rund 48 Dollar für eine wirtschaftliche Produktion benötigt. Daran sieht man: Wenn der Iran und Saudi-Arabien streiten, leiden andere mit, obwohl sie nichts dafür können. Wie gesagt: Der Markt kann brutal sein.

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