Neues Volksblatt: "Fairness" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 29. Jänner 2016

Linz (OTS) - „Plakate — die schau i scho seit vier Wochen nimmer an“, begann einst Travnicek alias Helmut Qualitinger über die Wahlen zu philosophieren. Und sein Freund ergänzte: „Travnicek, die Überzeugungskraft eines Plakates kann die Entscheidung in der Wahlschlacht bringen.“ Das ist wohl der Grund, warum der Vorschlag von ÖVP-Kandidat An-
dreas Khol, auf Wahlplakate zu verzichten, bei seinen Mitbewerbern auf taube Ohren stieß. Leider wird es auch kein Fairness-Abkommen geben.
Mit seinem Verzicht auf Fairness steht FPÖ-Kandidat Hofer allerdings alleine da. Einerseits hat Hofer sicher das blaue Hinterbank-Dilemma – die Menschen kennen halt nur Strache. Bei den Landtags- und Gemeinderatswahlen funktioniert der Schmäh noch, dass man die Strache-Partei wählt. Bei der Bundespräsidentschaft geht es nur um die Person – und Hofer wird sich auf Dauer nicht hinter Strache verstecken können, sondern die FPÖ wird wohl teuer einen Bekanntheitsgrad erkaufen müssen. Andererseits ist die FPÖ im Wahlkampf bekannt dafür, nicht zimperlich zu sein. Hier will man sich wohl nicht von vornherein einschränken lassen.
Aber eigentlich hätte Hofer durchaus Plakatverbot und Fairness zustimmen können. Denn schon jetzt ist klar, dass Hofer ein Nebenjobkandidat sein wird. Da er seinen Brotberuf im Nationalrat nicht ruhend stellt, wird sein Wahlkampf vermutlich auf Sparflamme brennen.

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