Neues Volksblatt: "Verpflichtung" von Markus EBERT

Ausgabe vom 19. Jänner 2016

Linz (OTS) - Ende der 1970er Jahre lief die Fernsehserie „Der ganz normale Wahnsinn“. Die Hauptperson will für ein Buch der Befindlichkeit der Mitmenschen auf die Spur kommen, der Buchtitel lautet: „Woran es liegt, dass der Einzelne sich nicht wohl fühlt, obwohl es uns allen so gut geht“.
Mit Abstrichen ließe sich diese Frage auch 35 Jahre später stellen — und sie wird auch gestellt, wenngleich anders formuliert. Man müsse als Partei auch jene Menschen abholen, die Angst vor aktuellen Entwicklungen haben, sprich die Zukunftspessimisten, so LH Josef Pühringer und OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer bei ihrem Ausblick auf das Jahr 2016.
Tatsächlich geht es hierzulande vielen Menschen gut. Dennoch waren bei der Landtagswahl 2015 fast 40 Prozent der Wähler Pessimisten — eigentlich ein zu hoher Anteil gemessen an der Lebensqualität in Oberösterreich. Aber die Wirtschaftskrise mit steigender Arbeitslosigkeit, die Flüchtlingswelle, der islamistische Terror haben ihre Spuren hinterlassen, es entstand — wohl auch aufgrund vieler mühsamer Diskussionen auf Koalitionsebene — in vielen Köpfen der Eindruck, die Politik hat keine Lösungen parat. Dem pauschalen Politik-Misstrauen kann tatsächlich nur auf eine Art begegnet werden — nämlich herauszufinden, warum sich der Einzelne nicht wohl fühlt. Für wen sonst als für eine Volkspartei muss das eine (Selbst-)Verpflichtung sein.

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