Neues Volksblatt: "Nicht überfordern" von Markus EBERT

Ausgabe vom 13. Jänner 2016

Linz (OTS) - „...liegst dem Erdteil du inmitten,
einem starken Herzen gleich“ heißt es in der zweiten Strophe der österreichischen Bundeshymne.
In Sachen Flüchtlingsströme ist Österreichs Lage inmitten des europäischen Kontinents freilich zu einer mehr als herausfordernden Prüfung dafür geworden, was dieses starke Herz zu leisten im Stande ist.
Seit es sich aufgehört hat mit dem Durchschleusen ins gelobte Deutschland, steckt Österreich in der Klemme. Von Norden nach Süden werden die Grenzen dicht gemacht, Deutschland schickt unbeschadet der ausgerufenen Willkommenskultur mittlerweile täglich hunderte Flüchtlinge nach Österreich zurück, und aus dem Süden drängen die nächsten Tausenden und Abertausenden nordwärts.
Wer hier immer noch sagt: „Wir schaffen das“, streut den Menschen nicht Sand in die Augen, sondern glaubt, dass sie die Realität nicht erkennen. Zu dieser Realität gehört etwa, dass sich mittlerweile zunehmend Wirtschaftsflüchtlinge aus dem nördlichen Afrika auf den Weg gemacht haben; zu dieser Realität gehört, dass auch der viel gepriesenen Zivilgesellschaft bei ihrem Hilfseinsatz die Luft ausgeht; und zu dieser Realität gehört, dass es auch bei Quartieren ein Ende der Fahnenstange gibt.
Wenn das Herz der Österreicher weiterhin im Sinne einer bewältigbaren Hilfsaktion schlagen soll, darf man sie nicht mehr überfordern.

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