Dziedzic/Hebein: Sicherheit und Selbstbestimmung müssen für Frauen selbstverständlich sein

Grüne zu Gewalt an Frauen: Jetzt erst recht auf die Straße

Wien (OTS) - Samstagabend haben sich in Wien rund 300 Menschen versammelt, um gegen Gewalt an Frauen und für sexuelle Selbstbestimmung zu demonstrieren. 33 Prozent aller Frauen in der EU haben seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren, das sind 37 Millionen Frauen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet Gewalt gegen Frauen als eines der größten Gesundheitsrisiken von Frauen weltweit. Gewalt an Frauen passiert tagtäglich und auf allen Kontinenten, auch in Österreich ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von sexualisierter Gewalt betroffen.

"Wir freuen uns sehr, dass so viele dem spontanen Aufruf gefolgt sind. Frauen erfahren zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit und im Internet Gewalt. Gewalt im häuslichen Bereich wie im öffentlichen Raum findet nicht erst seit der Silvesternacht statt, der konsequente Einsatz gegen sexualisierte Gewalt jeder Art muss endlich Priorität haben" sagt Ewa Dziedzic, Bundesrätin und Sprecherin der Grünen Frauen Wien.

"Wir wissen längst, was zu tun ist: Die EU-Mitgliedstaaten müssen das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention, umsetzen. Wir brauchen Aufklärung an Schulen, Schulungen für Polizei und Justizbeamte, Ressourcen für medizinisches Fachpersonal, eine Absage an sexistische Berichterstattung und Werbung, Sensibilisierungskampagnen im öffentlichen Raum und die Sicherstellung, dass Frauenhäuser und Opferschutzeinrichtungen genügend Mittel zur Verfügung haben," klärt Dziedzic auf.

Die Sozial- und Sicherheitssprecherin der Grünen in Wien, Birgit Hebein, ergänzt: „Alle, Frauen und Männer, haben das Recht, sich frei und sicher im öffentlichen Raum zu bewegen. Verhaltensregeln, die Frauen nahelegen, sie sollen abends nicht alleine unterwegs sein, sind Teil des Problems und lenken die Verantwortung von den Tätern auf die Opfer. Jetzt erst recht, werden wir alle Frauen und Mädchen darin bestärken, den öffentlichen Raum lautstark zu nützen, denn die Gewaltprävention ist Aufgabe des Staates. Wir brauchen den gesellschaftlichen Grundkonsens, jegliche Übergriffe und Belästigungen im öffentlichen Raum zu ächten, konsequent gegen sexualisierte Gewalt vorzugehen und Betroffene zu unterstützen. In Wien gibt es dafür u.a. den 24-Stunden-Frauennotruf, der Frauen rund um die Uhr berät: 01 71 719."

Die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln haben sexuelle Übergriffe wieder verstärkt in das Licht der Öffentlichkeit gerückt. "Diese Aufmerksamkeit darf nun aber nicht für rassistische Hetze missbraucht werden. Wir brauchen keine Rassismus-, sondern eine Sexismus-Debatte, wie auch der Österreichische Frauenring fordert, dem schließen wir uns an", sagen Dziedzic und Hebein unisono.

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