Neues Volksblatt: "Wahlkampf" von Markus EBERT

Ausgabe vom 9. Jänner 2016

Linz (OTS) - Es hat alles nichts geholfen: Auch die hymnischsten Lobreden auf seine Qualitäten als Präsidentschaftskandidat haben Erwin Pröll nicht davon abhalten können, lieber im Landhaus in St. Pölten weiterzuregieren als in der Wiener Hofburg zu residieren. Man mag das einem politischen Alpha-Männchen wie Pröll auch gar nicht verdenken, wenn er die Rolle des dynamischen Gestalters jener des bedachtsamen Staatsnotars vorzieht. Wobei das nichts daran ändert, dass das Amt des Bundespräsidenten nicht nur eine ehrenvolle, sondern selbstverständlich auch eine verantwortungsvolle Aufgabe ist. Bloß muss mit dieser Verantwortung nicht täglich Polit-Kleingeld gewechselt werden, womit der Schlagzeilenfaktor der präsidentiellen Handlungen zumeist enden wollend ist.
Darüber zu lamentieren, dass die ÖVP in der Nominierungsfrage nicht gerade das glücklichste Bild abgegeben hat, ist vergossene Milch, es ist wie es ist. Wen immer Parteichef Reinhold Mitterlehner morgen dem ÖVP-Vorstand vorschlägt — eines braucht er oder sie nun umso mehr:
nämlich die volle Unterstützung der Partei. Dass der Wahlkampf kein Spaziergang im Mädchenpensionat wird, lässt der präsumtive SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer schon erahnen, wenn er etwa in einer Boulevardzeitung davor warnt, die ÖVP wolle die Pensionen kürzen. Es wird die große Herausforderung, auf Demagogie ausschließlich mit Argumenten zu antworten.

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