Neues Volksblatt: "Lust statt Last" von Markus EBERT

Ausgabe vom 7. Jänner 2016

Linz (OTS) - Kommt die Rede auf Reformen im Pensionsbereich, dann wird insbesondere seitens der Roten versucht, die Debatte umgehend mit dem Totschlagargument abzuwürgen, man dürfe den Pensionisten nichts wegnehmen. Als ob es darum ginge.
Über notwendige Maßnahmen zur Sicherung des Pensionssystems nicht reden zu wollen, ist letztlich ein gesellschaftspolitisch sehr unsolidarisches Verhalten. Denn wer nicht handelt, nimmt den Jungen die Gewähr, dereinst ebenfalls auf die staatliche Altersvorsorge bauen zu können. Die Bremser haben bisher nur das Glück gehabt, dass die jüngeren Generationen in dieser Frage sehr verhalten agieren, sprich, noch nicht den Versuch unternommen haben, ihren Forderungen von der Straße aus Nachdruck zu verleihen. Wobei die Töne schon etwas rauer werden: Vom „Verrat an der zukünftigen Generation“ sprach gestern die Junge ÖVP, noch etwas sanfter von einer „Schieflage bei Generationengerechtigkeit und Fairness“ die Junge Industrie.
Dass man bei längerer Ausbildungszeit, kürzerer Lebensarbeitszeit und — seit 1971 — fast verdreifachter Pensionszeit an diversen Schrauben drehen muss, sagt schon der Hausverstand. Um wenigstens möglichst rasch das gesetzliche Pensionsantrittsalter zum Standard zu machen, braucht es selbstverständlich auch ein Umdenken in der Arbeitswelt. Statt Ältere als Last zu sehen, sollte man ihnen Lust aufs Arbeiten machen.

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