Patientenumfrage zur primären Gesundheitsversorgung in Österreich

Freie Arztwahl und Vertrauensverhältnis zum Arzt haben oberste Priorität – Unternehmensgeführten PHC-Zentren werden abgelehnt

Wien (OTS) - 98 Prozent der Österreicher ist es wichtig, ihren praktischen Arzt selbst auswählen zu können. Auch die Nähe zum Wohnort sowie das spezielle Vertrauensverhältnis zum Hausarzt spielen eine wichtige Rolle. Das sind einige der Topergebnisse einer aktuellen Meinungsumfrage des Meinungsforschungsinstituts Peter Hajek Public Opinion Strategies im Auftrag der Ärztekammer.

Von 10. bis 12. September 2015 wurden insgesamt 500 Österreicherinnen und Österreicher über 16 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind auch für Marktforschung Peter Hajek überraschend eindeutig: Denn nahezu alle Befragten gehen nach Möglichkeit immer zum selben praktischen Arzt. Dabei ist es ebenfalls fast allen (98 Prozent) wichtig, ihren praktischen Arzt selbst auswählen zu können.

Auch die Nähe zum Wohnort spielt eine wichtige Rolle. Der Aussage "Mir ist die Nähe der Praxis meines Hausarztes zu meinem Wohnort wichtig" stimmen 66 Prozent der Befragten sehr und zusätzliche 27 Prozent eher zu. Bei der primären Gesundheitsversorgung ist den Österreichern auch ein Vertrauensverhältnis zum Hausarzt sehr wichtig: 90 Prozent sind der Meinung, dass es gut ist, dass der Hausarzt den Patienten und dessen Familie schon länger kennt.

"Bei der Frage nach längeren Öffnungszeiten lässt sich eine zweigeteilte Meinung erkennen", so Hajek weiter. "Längere Öffnungszeiten beim praktischen Arzt wünscht sich ungefähr die Hälfte der Befragten." Ebenfalls in etwa 50 Prozent sind der Meinung, dass es zu wenige Öffnungszeiten zeitig in der Früh oder spät am Abend gibt.

PHC, das große Unbekannte

Was genau ein Primärversorgungs- beziehungsweise Primary Health Care (PHC)-Zentrum ist, wissen nur die wenigsten: Auf die diesbezügliche Frage antworteten lediglich 17 Prozent mit ja. Von diesen 17 Prozent verstehen darunter die meisten ein Ärztezentren oder eine Gemeinschaftspraxis, wo Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten, beziehungsweise ein Erstversorgungszentren oder eine erste Anlaufstelle für Notfälle ähnlich den Ambulanzen.

Zwei Bestandteile, die im neuen PHC-Gesetz enthalten sein sollen, stoßen bei den Befragten auf deutliche Ablehnung: 65 Prozent der Befragten können sich nicht vorstellen, dass zum Beispiel eine ausgebildete Krankenschwester entscheidet, ob eine Untersuchung durch den Arzt erfolgt oder gleich ein Rezept ausgestellt werden soll. Eine noch größere Ablehnung gibt es gegenüber der Idee, dass Arztordinationen beziehungsweise PHC-Zentren auch von Unternehmen, die ursprünglich nicht aus dem medizinischen Bereich kommen, geführt werden sollen: 86 Prozent halten dies für eher oder überhaupt nicht sinnvoll.

(Forts.)

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