Infektions-Check: "So einfach wie ein Schwangerschaftstest"

Ein neuer Infektions-Schnelltest hilft Orthopäden, Gelenksinfektionen rasch zu erkennen. In Wien-Speising wurde er europaweit das erste Mal angewandt.

Wien (OTS) - Schmerzen am Knie oder am Hüftgelenk sind oft Folgen von Abnützungserscheinungen; manchmal aber auch von Entzündungen. Wenn es sich tatsächlich um eine Entzündung handelt, muss der Orthopäde rasch erkennen können, ob eine akute eitrige Infektion vorliegt, oder lediglich ein unbedenklicher Reiz bzw. rheumatische Zustände. Denn das entscheidet über den weiteren Behandlungsweg.

Dabei hilft nun ein neuer Infektions-Schnelltest, "der so einfach wie ein Schwangerschaftstest funktioniert", sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Dominkus, Knie- und Hüft-Endoprothetik-Experte an der orthopädischen Spezialklinik.

"Nur wenige Tropfen der Gelenksflüssigkeit, die mit einer Trägersubstanz gemischt wird, genügen für die Analyse. Das handliche Testgerät zeigt dann innerhalb von nur zehn Minuten an, ob bei dem Patienten eine Infektion vorliegt. Damit kann dieser Check unkompliziert auch im ambulanten Bereich durchgeführt werden, und kann über die Notwendigkeit einer stationären Behandlung des Patienten entscheiden."

Der neue Schnelltest verspricht eine hohe Reliabilität. "Derzeit überprüfen wir die Zuverlässigkeit, indem wir parallel auch andere Verfahren zur Infektionsbestimmung anwenden; der neue Schnelltest scheint jedoch vielversprechend", erklärt Professor Dominkus.

Zum Hintergrund: Bislang mussten Ärzte auf das Ergebnis von Bakterienkulturen oft mehrere Tage warten. Oder Gewebsproben, die bei Operationen entnommen wurden, mussten eigens von Pathologen auf eine Infektion hin analysiert werden. Dies wird zwar weiterhin praktiziert, ist jedoch häufig komplizierter und zeitintensiver, und lässt sich nicht ambulant durchführen.

Das Orthopädische Spital Speising ist die erste klinische Einrichtung in Europa, die diesen modernen Infektionstest anwendet. Damit hofft man, in Zukunft die Patienten durch eine maßgeschneiderte Therapiewahl noch besser behandeln zu können.

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