ATV Österreich Trend zur Steuerreform: 100 Euro pro Monat sind Messlatte

Meinungsforscher Hajek: „Erbschaftssteuer zur Gegenfinanzierung findet nicht einmal unter SPÖ-Wählern klare Mehrheit.“

Wien (OTS) - Ohne große Erwartungen blicken die Österreicherinnen und Österreicher der geplanten Steuerreform entgegen, wie aus dem aktuellen ATV Österreich Trend von Meinungsforscher Peter Hajek hervorgeht. Laut der Umfrage erwarten die Menschen keinen Geldregen von der Reform, die Mitte März paktiert werden soll. "Der gelernte Österreicher rechnet vielmehr mit einem Kompromiss, bei dem für den Einzelnen eine relativ moderate Summe übrig bleibt - überhaupt vor dem Hintergrund der neuesten Turbulenzen rund um die Hypo", so Hajek. Lediglich 28 % rechnen eher schon mit einer spürbaren Entlastung durch die Steuerreform. Optimistisch sind neben den Wählerinnen und Wählern der Regierungsparteien ältere Menschen, Frauen und niedrigere Bildungskohorten.

"Eine wirklich spürbare Entlastung wären aus Sicht der Österreicherinnen und Österreicher etwa 100 Euro monatlich mehr in der Geldbörse", gibt Hajek preis. Die Mehrheit der Befragten nennt einen Wert rund um 100 Euro auf diese Frage (Medianwert). Einen höheren Betrag würden sich vor allem Wählerinnen und Wähler von SPÖ und FPÖ, sowie Männer, unter-30-Jährige, höhere Bildungsgruppen und Menschen im städtischen Raum wünschen.

Umstritten ist bis zuletzt die Gegenfinanzierung der Steuerreform. Eine Langzeitforderung unter den Finanzierungsvorschlägen der SPÖ ist die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer. Hier hat die Partei zwar mit 52 % die Mehrheit ihrer eigenen Wählerschaft hinter sich (immerhin 43 % der SPÖ-Wählerinnen und Wähler sind jedoch dagegen) -die Mehrheit der Gesamtbevölkerung lehnt diesen Vorschlag jedoch ab. Und auch in allen anderen Parteiwählerschaften stößt die Idee auf wenig Widerhall, am ehesten wären Grün-Wählerinnen und -Wähler noch davon zu begeistern, doch auch diese sind mehrheitlich gegen eine Erbschaftssteuer.

Von der Performance des Bundeskanzlers bei den Verhandlungen zur Steuerreform sind die Österreicherinnen und Österreicher nicht überzeugt. Sie attestieren Werner Faymanns mangelnde Durchschlagsfähigkeit. So stimmen 38 % der Aussage "SPÖ-Parteiobmann Werner Faymann kann sich kaum gegen den Koalitionspartner ÖVP durchsetzen" zumindest eher zu, weitere 17 % stimmen sogar sehr zu. Faymanns eigene Wählerschaft bewertet den Parteichef deutlich positiver, hier stimmt eine Mehrheit von 69 % der Aussage nicht zu. Die Wählerinnen und Wähler des Koalitionspartners und der Oppositionsparteien stimmen jedoch durchwegs mehrheitlich zu. Kritischer gehen mit Faymann außerdem junge und mittlere Altersgruppen und Menschen im urbanen Raum ins Gericht.

Die Ergebnisse im Detail:

Erwarten Sie persönlich eine spürbare finanzielle Entlastung von der Steuerreform?

Eher Ja: 28 %
Eher Nein: 65 %
Weiß nicht / keine Angabe: 8%

Was wäre für Sie eine spürbare finanzielle Entlastung? Wie viel Euro Minimum wären das pro Monat?

Bis 50 Euro: 16 %
51-100 Euro: 38 %
101-150 Euro: 8 %
151-200 Euro: 10 %
Mehr als 200 Euro: 21 %
Weiß nicht / keine Angabe: 7 %

Ein Thema bei der Steuerreform ist die Wiedereinführung der abgeschafften Erbschaftssteuer. Soll diese wieder eingeführt werden?

Eher dafür: 33 %
Eher dagegen: 57 %
Weiß nicht / keine Angabe: 10 %

Stimmen Sie folgender Aussage zu oder nicht zu: "SPÖ-Parteiobmann Werner Faymann kann sich kaum gegen den Koalitionspartner ÖVP durchsetzen."

Stimme sehr zu: 17 %
Stimme eher zu: 38 %
Stimme weniger zu: 24 %
Stimme gar nicht zu: 11 %
Weiß nicht / keine Angabe: 11 %

Der "ATV Österreich Trend" ist eine vierteljährliche Meinungsumfrage, bei der 500 wahlberechtigte ÖsterreicherInnen zu politischen und wirtschaftlichen Themen befragt werden. Die Umfrage wird von Meinungsforscher Peter Hajek durchgeführt und soll dazu dienen, aktuelle Meinungen zu erfassen und Trends abzulesen. Der "ATV Österreich Trend" wird seit Jänner 2009 erstellt.

Nähere Informationen in "ATV Aktuell" um 19.20 Uhr und um 20:05 bei ATV bzw. auf
http://atv.at/oesterreichtrend

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