Industrie zu Pensionen: Reformen angehen statt statistischer Schönfärberei

IV-GS Neumayer: Pensionsausaufwand steigt massiv - Statistisches Herausrechnen von Personengruppen beim faktischen Pensionsantrittsalter hilft nicht

Wien (OTS/PdI) - "Das Ziel der Bundesregierung, das in Österreich besonders niedrige faktische Pensionsantrittsalter bis 2018 auf zumindest 60,1 Jahre anzuheben, muss durch echte Strukturreformen im Pensionssystem und nicht statistische Schönfärberei erreicht werden", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der heute, Montag, vom Sozialministerium veröffentlichten Zahlen zum faktischen Pensionsantrittsalter. "Das Herausrechnen von Personengruppen, die nunmehr ein Rehabilitations- oder Umschulungsgeld statt einer befristeten Invaliditätspension beziehen, verfälscht das Bild und löst die strukturellen Probleme im Pensionsbereich nicht", betonte Neumayer. Auch die Kosten für Rehabilitations- und Umschulungsgeld würden von der Pensionsversicherung getragen und müssen berücksichtigt werden.

"Die Kosten für das Pensionssystem liegen heute schon weit über Plan und steigen weiter massiv an. Die letzten Pensionskommissionszahlen unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf im Pensionssystem", so Neumayer. Laut den Daten der Pensionskommission würden die Bundesmittel für Pensionen von 9,7 Mrd. Euro im Jahr 2013 auf 13,5 Mrd. Euro im Jahr 2019 ansteigen, im Jahr 2007 seien es noch 6,9 Mrd. gewesen. "Es muss jetzt gehandelt werden, die bisherigen Reformschritte im Pensionssystem sind unzureichend, Beschwichtigungen sind fehl am Platz", so Neumayer. "Wir brauchen ein Pensionssystem, das die Veränderung der Lebenserwartung konsequent berücksichtigt. Das entspricht auch der wiederholten Empfehlung von EU-Kommission und OECD. Nur so können wir echte Nachhaltigkeit und die langfristige Finanzierbarkeit sicherstellen", unterstrich der Generalsekretär.

Auch die weitere Einschränkung gesetzlicher Frühpensionsmöglichkeiten und eine raschere Anpassung des gesetzlichen Frauenpensionsalters an das der Männer seien notwendig. Nach derzeitiger Gesetzeslage würde eine stufenweise Angleichung des Frauenpensionsalters erst 2024 beginnen und 2033 abgeschlossen sein. Damit befände sich Österreich unter den letzten in der EU. "Rufe nach Bonus-Malus-Modellen bzw. einer Pönalisierung der Betriebe gehen hingegen am Problem vorbei und sind kontraproduktiv. Wir müssen im Pensionssystem selbst ansetzen, um Nachhaltigkeit sicherstellen zu können", so der IV-Generalsekretär. "Es muss das Ziel sein, für heutige und kommende Generationen eine verlässliche Altersversorgung garantieren zu können. Das kann uns nur gelingen, wenn wir endlich damit anfangen, die steigende Lebenserwartung auch im Pensionssystem entsprechend abzubilden", betonte Neumayer abschließend.

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