Pensionsantrittsalter: Situation ist und bleibt armarmierend

WKÖ-Gleitsmann: Nachhaltige Maßnahmen statt statistischer Schönfärbereien

Wien (OTS/PWK028) - Die heute von Bundesminister Rudolf
Hundstorfer veröffentlichen Zahlen zum Pensionsantrittsalter stellen nur auf den ersten Blick eine positive Entwicklung dar. Schaut man genauer hin, ist die vermeintliche Erhöhung des faktischen Antrittsalters mit einem statistischen Trick erklärbar. "Rein formell sind Bezieher von Rehabilitations- und Umschulungsgeld nach der Reform der Invaliditätspension keine Pensionisten mehr. Dennoch gehören sie bei einer korrekten Betrachtung miteinbezogen, denn sie belasten auch das Pensionsbudget. Bezieht man diese große Gruppe in die Berechnung des Antrittsalters also mit ein, stagniert das tatsächliche Antrittsalter auf dem seit Jahren niedrigen Niveau", so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Das aktuelle Gutachten der Pensionskommission spiegelt die alarmierende langfristige Entwicklung wider. Die Bundesmittel in der gesetzlichen Pensionsversicherung werden sich von 9,2 Mrd. Euro (2,9 % des BIP) im Jahr 2014 auf 35 Mrd. Euro (5,7 % des BIP) im Jahr 2060 fast verdoppeln. Noch dramatischer ist die kurzfristige Entwicklung:
Die Bundesmittel steigen von 9,7 Mrd. Euro (3,15 % des BIP) 2013 auf 13,5 Mrd. Euro (3,72 % des BIP) im Jahr 2019.

Trotz der seit 2014 gesetzten Maßnahmen steigen die budgetären Belastungen im Pensionsbereich laut Strategiebericht der Bundesregierung bis 2018 um fast 4,2 Milliarden Euro weiter dramatisch an. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum sollen die Bildungsausgaben um 125 Millionen Euro sinken. "Wir sind es unserer jungen Generation schuldig, im Pensionsbereich ehrliche Zahlen auf den Tisch zu legen und das System zukunftsfit zu machen. Daher sagen wir im Sinne einer Generationengerechtigkeit Ja zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, aber Nein zu statistischer Schönfärberei auf Kosten unserer Kinder und Enkelkinder", so Gleitsmann. (PM)

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