Klosterneuburg Kontaminierung Kasernengelände - Verniedlichung der etwaigen Giftstoffe?

GRÜNER Umweltgestadtrat Wimmer fordert Offenlegung des seit 2012 geheim gehaltenen Gutachtens!

Klosterneuburg (OTS) - Nur Teerpappe? Im Bericht an die Stadträte war davon nicht die Rede. Umweltstadtrat Wimmer (GRÜNE) fordert, um die Bevölkerung nicht weiter zu verunsichern, die Offenlegung des Prüfgutachtens aus dem Jahre 2012. Jede Verniedlichung der etwaigen Giftstoffe wäre unverantwortlich der Klosterneuburger Bevölkerung gegenüber.

In der Stadtratssitzung am Mittwoch den 14.Jänner wurde den Stadträten von BGM Schmuckenschlager, Stadtamtsdirektor Duscher und Stadtbaudirektor Fitzthum über ein vorliegendes Prüfgutachten der SIVBEG aus dem Jahre 2012 über die Bodenbeschaffenheit der Kasernengründe, welche die Stadt gedenkt anzukaufen, berichtet.

Dazu Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer: "Uns Stadträten wurde berichtet, dass relativ großflächig über das gesamte Areal verteilt Probeaushebungen gemacht wurden, wobei Schadstoffbelastungen verschiedenster Art und unterschiedlicher Schwere festgestellt wurden. Man kann also festhalten, dass das gesamte Gelände (wenn auch in unterschiedlicher Konzentration) verseucht ist. Erschwerend kommt dazu, daß die Giftstoffe bis über 2,5m tief geortet wurden sowohl im Boden enthalten wären, wie auch eine Grundwassergefährdung möglich ist und eine Sanierung daher kostspielig und teuer wird. (Die Wasserversorgung Klosterneuburgs ist dadurch grundsätzlich aber nicht bedroht, da unsere Brunnen weiter flußaufwärts liegen. Es kann aber sein, dass private Brunnen unterhalb der Kaserne in Mitleidenschaft gezogen sind.) Nach Aussage im Stadtrat, hat die Stadt, als sie Kenntnis von diesem Gutachten erhielt, die BH Wien-Umgebung als Wasseraufsicht und die Umweltbehörde des Landes, was die übrige Boden Kontaminierung betrifft verständigt.

Wimmer weiter: "Auf mein Ersuchen, bekam ich die Zusage, dass man die Klosterneuburger Öffentlichkeit informieren würde, damit nicht durch Fehlinformationen eine zusätzliche Verunsicherung entstünde. Diese Information ist von Seiten der Stadt bisher nicht erfolgt, vielmehr gibt es unterschiedliche Medienberichte. In einem spricht die BH Wien-Umgebung davon, dass es bei der Kontamination nur um Teerpappe handelt. Diese Aussage ist nun deshalb interessant, da in der Sitzung des Stadtrates von Teerpappe keine Rede war. Diese Aussage der BH Wien und Umgebung kann nur eine einseitige und beschwichtigende Aussage der BH als Wasserrechtsbehörde sein. Dies deshalb, weil die BH nur für die wasserrechtlichen Prüfungen zuständig ist, nicht aber für die Überprüfung der Kontaminierungen des Bodens, also des Erdreich. Dafür ist das Umweltamt des Landes NÖ zuständig und da gibt es überhaupt noch keine Stellungnahme. Es kann also überhaupt noch nicht gesagt werden was alles im Erdreich ist.

Da gerade unlängst im Kärntner Milchskandal die dort zuständigen Behörden, weder den zuständigen Umweltlandesrat Holub, noch die Bevölkerung ausreichend informiert und damit die Probleme damit vergrößert haben, sind die Äußerungen der Behörden mit Vorsicht zu betrachten. Da es aber auch trotz des laufenden Gemeinderatswahlwahlkampfes nicht sein darf, dass die Bevölkerung nicht umfassend informiert, und Berichte beschönigt oder unvollständig tatsächliche Probleme verniedlichen, fordere ich als Umweltstadtrat im Interesse der Klosterneuburger Bevölkerung:

1) Das Untersuchungsgutachten der SIVBEG aus dem Jahr 2012 wird umgehend für die Bevölkerung öffentlich gemacht, insbesondere für mich als Umweltstadtrat, die Umweltgemeinderäte und die übrigen Gemeinderäte.

2) Wie im Stadtrat weiter berichtet, gibt es derzeit laufend Gespräche von Seiten der Stadt mit der SIVBEG, welche nun plötzlich einen möglichst raschen Verkauf (noch in diesem Frühjahr) anstrebt. Ich ersuche umgehend, dass die GemeinderätInnen über den Stand der Gespräche Informiert werden.

Wimmer abschließend: "Um die Klosterneuburger Bevölkerung nicht in diesem Zustand der Unsicherheit zu lassen, ist jetzt schnellsten für größtmögliche Transparenz zu sorgen und das Gutachten öffentlich zu machen damit man sich wirklich ein sachliches Urteil darüber bilden kann was da im Boden ist. Es darf nicht wie im Kärntner Milchskandal dazu kommen, daß zuständige Behörden die Gefahren vorerst einmal lange Zeit verniedlichen und dann die Menschen die Leidtragenden sind."

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Mag. Sepp Wimmer
GRÜNE Klosterneuburg
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sepp.wimmer@gruene.at

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