Erster Kulturmontag 2015: Künstler über Paris-Terror, Golden Globes, Ian McEwan im Interview u. v. m.

Außerdem: Dokumentation "AUSGELACHT!? - Karikaturen und Pressefreiheit"

Wien (OTS) - Zum ersten "Kulturmontag" des neuen Jahres lädt Clarissa Stadler am 12. Jänner 2015 um 22.30 Uhr in ORF 2. Vielschichtig ist die Themenpalette der Sendung, die u. a. Künstler und Intellektuelle über den unfassbaren Terror von Paris zu Wort kommen lässt. Außerdem bringt das Kulturmagazin eine Reportage über die 72. Golden-Globe-Verleihung sowie passend dazu ein Porträt der Malerin Margaret Keane, die mit ihren Gemälden großäugiger Kinder die Vorlage für Tim Burtons Biopic "Big Eyes" mit Amy Adams und dem für einen Golden Globe nominierten Christoph Waltz in den Hauptrollen lieferte. Weiters im "Kulturmontag": ein TV-Exklusivinterview mit Englands religionskritischem Literaturstar Ian McEwan, dessen Roman "Kindeswohl" gerade in deutscher Übersetzung erschienen ist. Im Anschluss an das Magazin steht aus aktuellem Anlass die Dokumentation "AUSGELACHT!? - Karikaturen und Pressefreiheit" auf dem Programm.

Christoph Waltz greift (wieder) nach dem Golden Globe - Die Highlights der glanzvollen Gala

Zwei Oscars und zwei Golden Globes hat er schon in der Tasche - nun ist Christoph Waltz zum dritten Mal für die goldene Weltkugel nominiert, diesmal als "Bester Hauptdarsteller" in Tim Burtons Filmbiografie "Big Eyes". Darin spielt er den zwielichtigen Walter Keane, der in den 1960er Jahren gemeinsam mit seiner Frau Margaret zum Pop-Art-Star aufstieg. Wenn am 11. Jänner die glamouröse Gala in L. A. steigt, trifft Waltz auf starke Konkurrenz - besonders Michael Keaton als abgewrackter Ex-Superheldendarsteller in der insgesamt siebenfach nominierten Komödie "Birdman" gilt als hoch gehandelter Ko-Favorit. Im Publikum ist auch Österreichs Song-Contest-Gewinnerin Conchita Wurst, die einen Abstecher nach Hollywood macht. Der "Kulturmontag" bringt eine Reportage mit den strahlendsten Siegerinnen und Siegern, den schönsten Freudentränen und den emotionalsten Augenblicken. Außerdem: Ein Porträt Margaret Keanes.

Attacke auf die Meinungsfreiheit - Künstler über den Terror von Paris

Das Massaker von Paris hat weltweit Betroffenheit ausgelöst - seine gesellschaftspolitischen Auswirkungen allerdings sind noch völlig unabsehbar. Einigkeit herrscht darüber, dass das Attentat ein Anschlag auf Pressefreiheit und freie Meinungsäußerung war. Doch darf Kunst - zumal Satire - tatsächlich schrankenlos provozieren oder hat sie Rücksicht auf religiöse Gefühle zu nehmen? Wie kann ein angemessenes Reagieren auf den Terror aussehen? Hartes Durchgreifen oder die Suche nach Dialog? Haben Künstler/innen, Intellektuelle und Politiker/innen zu lange geschwiegen? Und droht tatsächlich eine Islamisierung des Abendlandes, wie es einerseits Gruppierungen wie Pegida, andererseits der Schriftsteller Michel Houellebecq -künstlerisch überhöht - in seinem neuen Roman prophezeien? Der "Kulturmontag" befragt dazu u. a. den Autor Michael Köhlmeier, den Publizisten Henryk M. Broder, den Kabarettisten Florian Scheuba, den Karikaturisten Gerhard Haderer und die Philosophin Abuzahra Amani.

Religionskritiker Ian McEwan - Englands Literaturstar im TV-Exklusivinterview

Zum internationalen Literaturstar wurde Ian McEwan, höchst dekorierter zeitgenössischer Schriftsteller Englands, mit seinem Roman "Abbitte", der in der Kinoverfilmung mit Keira Knightley einen Welterfolg feierte. Der laut Eigendefinition "glückliche Atheist" hat ein Problem: mit Religion im Allgemeinen und mit religiös motiviertem Extremismus im Besonderen. Als er sich vor Jahren über Dschihadismus empörte, musste er sich Islamophobie nachsagen lassen. In seinem einzigen TV-Interview mit einem deutschsprachigen Sender, das er dem "Kulturmontag" gab, meint er, dass linke Intellektuelle bisweilen vor Kritik an islamistisch motiviertem Extremismus zurückscheuen, weil sie Applaus von der falschen Seite befürchten. McEwans neues Buch hat ebenfalls Religion zum Thema: "Kindeswohl" setzt sich mit einem Fall um einen jungen Zeugen Jehovas auseinander, der vor Gericht landet.

Dokumentation "AUSGELACHT!? - Karikaturen und Pressefreiheit" (23.10 Uhr)

In einer Welt, in der sich Geschichte, Wissen und Mentalitäten ständig verändern und neue Technologien erfunden werden, muss das Recht auf freie Meinungsäußerung immer wieder neu erstritten und verteidigt werden. Wie es um die Meinungsfreiheit eines Landes bestellt ist und welche Tabus dort herrschen, lässt sich am Umgang mit den Karikaturen von Pressezeichnern ablesen, wie der Dokumentarfilm von Olivier Malvoisin "AUSGELACHT!? - Karikaturen und Pressefreiheit" umreißt, der u. a. nach Israel, Palästina, Deutschland, Tunesien, Frankreich, Belgien und die Vereinigten Staaten blickt. Darin geht es um politische Korrektheit, Tabus und Tabu-Brüche, die nach dem Anschlag in Paris die Diskussion neu aufflammen lassen. Zu Wort kommen u. a. der Franzose und Mitbegründer der Initiative Cartooning for Peace, Plantu, der Berliner Karikaturist Rainer Hachfeld und der amerikanische Karikaturist und Kolumnist Jeff Danziger. Doch: Ein Bild sagt auch hier oft mehr als tausend Worte.

Der "Kulturmontag", produziert in HD, wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

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