Haiti: Fünf Jahre nach der Katastrophe suchen hunderte Frauen medizinische Hilfe im Österreich-Spital

Hilfswerk Austria International

Wien (OTS) - "Das verheerende Beben vor fünf Jahren hat ein ohnehin schon marodes Land fast ausradiert und das Vertrauen der Überlebenden regelrecht ausgelöscht", sagt Heidi Burkhart, Geschäftsführerin von Hilfswerk Austria International. Bis heute seien Angst und Verzweiflung der Menschen allgegenwärtig. Eine enorm hohe Arbeitslosigkeit schlage sich zudem in Frustration auch gegen internationale Akteure nieder. "Projekte müssen daher fest in der Bevölkerung verankert sein, die Bedürfnisse genau treffen und lokale Ressourcen achtsam einbinden", so Burkhart. "Mit dem Österreich-Spital im Norden des Landes und der gezielten Weiterbildung von Pflegepersonal und Gesundheitstrainer/innen ist das ein gutes Stück weit gelungen", zieht Burkhart eine durchaus positive Bilanz der Hilfsmaßnahmen.

Hilfswerk Austria International ist seit dem verheerenden Erdbeben von 2010, das mehr als 220.000 Tote forderte und fast zwei Millionen obdachlos machte, in Haiti tätig. Seit Oktober 2010 grassiert im Krisenstaat auch eine Cholera-Epidemie. Die medizinische Versorgung ist besonders für Schwangere und Mütter von Säuglingen prekär. Nach der ersten Nothilfe für die Überlebenden wurden 750 Familien im bitter armen Norden des Karibikstaates mit Saatgut unterstützt. Jeden Monat suchen hunderte Frauen das neu errichtete Krankenhaus auf, das derzeit noch um Ausbildungsräume erweitert wird.

Österreich-Spital mit Schwerpunkt Frauengesundheit
Das Österreich-Spital wurde in St. Louise du Nord errichtet. Ein internationales Ärzteteam bestehend aus einem Chirurg, ein Gynäkologe und ein Anästhesist stehen den lokalen Mediziner/innen noch bis Jahresende zur Seite. Pflegekräfte werden aus- und weitergebildet. Gesundheitstrainer/innen sind in den Dörfern unterwegs, informieren die Bevölkerung über Hygiene und Impfungen, versorgen Schwangere und leiten sie gegebenenfalls an das Spital weiter. Der Großteil der Gesundheitstrainer/innen sind Frauen, da sensible Themen wie Schwangerschaft und Sexualität von ihnen leichter angesprochen werden können. Die Einbindung von Männern ist jedoch besonders wichtig, um Risiken in der Schwangerschaft zu erkennen und Frauen zu unterstützen.

Das Krankenhaus, das bereits der haitianischen Gesundheitsbehörde übergeben wurde, verfügt über 20 Betten, ein Laboratorium, Untersuchungsräume, eine Apotheke und eine Ambulanz. Auch weiterhin werden Ärzte, Ärztinnen und Pflegepersonal im Rahmen von HWA-Projekten weitergebildet und das Spital mit technischen Geräten besser ausgestattet. Der Fokus liegt auf der medizinischen Versorgung von Müttern und Kindern. Dazu zählen auch Impfprogramme. Durch die rasche Behandlung von Infektionen und Durchfallerkrankungen (u.a. Cholera) soll die Kindersterblichkeit reduziert werden.

Um die medizinische Versorgung zusätzlich zu verbessern, wurde ein Ambulanzwagen für das Krankenhaus besorgt, der sich bereits im Einsatz befindet. In der Region gibt es sonst kaum Verkehrsmittel und Fahrer verweigern den Transport von Kranken häufig. Als öffentliche Verkehrsmittel werden Pickups oder Motorräder verwendet, die in kläglichem Zustand sind, was den Transport auf den schlechten Straßen sowohl für Patient/innen als auch für Mitreisende wegen der Ansteckungsgefahr unmöglich macht. Somit ist

Heidi Burkhart: "Wir bitten dringend um Spenden, damit wir die Menschen in dieser nahezu vergessenen Region auch in den nächsten Monaten nicht alleine lassen müssen."

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