vida-Hebenstreit zu ÖIAG-neu/Telekom: "Schelling-Berater Zimmermann von allen guten Geistern verlassen?"

Telekominfrastruktur selbstverständlich genauso systemrelevant wie jene von ÖBB und Asfinag - Finger weg vom Eigentum der ÖsterreicherInnen

Wien (OTS) - Angesichts des Hofer-Telekom-Vergleichs vor dem Hintergrund der ÖIAG-neu-Debatte in der heutigen Ausgabe von "Format", stellt sich vida-Gewerkschafter und ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender Roman Hebenstreit die Frage, ob der Industrielle und Berater von Finanzminister Schelling, Norbert Zimmermann, "von allen guten Geistern verlassen ist?" Zimmerman hatte sich im heute erschienenen "Format"-Interview gefragt, ob die Telekom für Österreich eigentlich noch systemrelevant sei, wo man doch schon beim Hofer Handyverträge bekomme? "Die Telekominfrastruktur ist selbstverständlich für die Basisversorgung der Bevölkerung genauso systemrelevant wie die Verkehrsinfrastrukturen von ÖBB und Asfinag", stellt Hebenstreit richtig.++++

"Im Unterschied zur Telekom errichtet der Diskonter Hofer nämlich keine Kommunikationsinfrastruktur und hält diese auch nicht instand. Das müsste Zimmermann eigentlich geläufig sein", so Hebenstreit. "Ich erwarte mir von Mitgliedern der ÖIAG-Reformgruppe ein Mindestmaß an Sachverstand und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Besitz der Österreicherinnen und Österreicher. Derartige Vergleiche haben hier nichts verloren."

"Wenn Zimmermann die politischen Rahmenbedingungen als genauso ‚abgesandelt‘ wie den Industriestandort Österreich empfindet, dann kann er gleich vor der Tür der ÖVP zu kehren beginnen", empfiehlt der vida-Gewerkschafter. Schließlich stelle die ÖVP bekanntlich seit Jahren den Wirtschaftsminister und den für die ÖIAG zuständigen Finanzminister.

"Zimmermann und Schelling sollen endlich die Finger vom Eigentum der Österreicherinnen und Österreicher lassen", sagt Hebenstreit. Schließlich habe die Privatisierungspolitik der vergangenen Jahre die Steuerzahler schon genug geschädigt. Laut einer AK-Studie seien die SteuerzahlerInnen in den vergangenen Jahren unter "schwarzer Regie" mit bis zu 1,8 Milliarden Euro alleine durch Teilverkäufe von OMV, Telekom Austria und Post geschädigt worden. "Aufgrund der Aufarbeitung von juristischen Details dieser sogenannten Privatisierungen sind bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft die Arbeitsplätze auf Jahre hinaus gesichert", schließt Hebenstreit.

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