Bezirksvertretung Floridsdorf gemeinsam mit dem Islamischen Zentrum gegen radikale Strömungen

Wien (OTS) - Am 22.10.2014 fand auf Einladung von Bezirksvorsteher Georg Papai ein Treffen aller Klubobleute der im Bezirksparlament vertretenen Parteien SPÖ, FPÖ, Grüne, ÖVP, WIFF und Unabhängigen mit Vertretern des Islamischen Zentrums statt. Anlass für dieses Treffen im Rahmen der planmäßigen Präsidiale waren ein gegenseitiges persönliches Kennenlernen abseits der medialen Berichterstattung, bei dem auch die Vorwürfe der letzten Wochen, wonach das Islamische Zentrum in Wien-Floridsdorf in die Vorkommnisse rund um die Rekrutierung von IS Terroristen verstrickt wäre, zur Sprache kamen. Schnell waren sich alle Beteiligten einig: Der gesellschaftliche Zusammenhalt erfordert die gemeinsame Ablehnung aller radikalen und extremen Kräfte.

"Wir verurteilen ISIS und distanzieren uns von ihren Anhängern und Sympathisanten", bekräftigte der Pressesprecher des Islamischen Zentrums, Imam Salim Mujkanovic "Wenn wir sehen, dass jemand radikale Ideen vertritt, benachrichtigen wir die Behörden und weisen die betreffenden Personen umgehend vom Gelände der Moschee. Dass jedoch nicht alles, betreffend Zusammenleben, in Ordnung ist, wissen wir und sind uns der gemeinsamen Verantwortung bewusst."

In Floridsdorf wohnen ca. 149.000 Menschen, die friedlich miteinander leben wollen. Die Grundwerte, auf der unsere Gesellschaft begründet ist, sind Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. In Zeiten zahlreicher globaler Konflikte werden von vielen politischen Akteuren unter dem Deckmantel ‚Religion‘ Gewalt und Verbrechen als Mittel zur Durchsetzung von weltanschaulichen Zielen angewandt und stehen damit im krassen Gegensatz zu jenen Werten, die in unserer Gesellschaft wichtig sind.

Mit großer Sorge werden Radikalisierungstendenzen unter einem kleinen Teil der Jugendlichen beobachtet. Es muss daher ein gemeinsames Ziel sein, Jugendlichen Perspektiven und Chancen zu geben und sie zu befähigen, diese auch wahrzunehmen. Wien geht hier mit gutem Beispiel voran und hat ein Netzwerk für "Deradikalisierung und Prävention" eingerichtet, um aktuelle Entwicklungen zu beobachten und dementsprechend zu reagieren. Der Schwerpunkt wird auf Schulungen für JugendarbeiterInnen und PädagogInnen liegen, es wird aber auch Hilfestellung für Eltern und Jugendliche und eine enge Zusammenarbeit mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft geben.

"Wir wollen eine Gesellschaft, in der Menschen verschiedenster Herkunft und Religion friedlich und ohne Angst leben können. Radikale Strömungen, die mit Hetze und Extremismus versuchen Hass zu schüren, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz.", führt Bezirksvorsteher Georg Papai stellvertretend für alle Fraktionen aus. "Wir alle sind uns der Tatsache bewusst, dass der zwischenmenschliche Dialog in Zeiten wie diesen noch wichtiger geworden ist."

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Präsidiale kamen überein, den Dialog zu diesem gesellschaftspolitisch wichtigen Thema fortzusetzen.

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